Gewerkschaftbund legt erschreckende Zahlen vor: Vielen Leipzigern droht Altersarmut!

Viele Deutsche werden in den nächsten Jahrzehnten eine sehr geringe Rente erhalten. Der Deutsche Gewerkschaftsbund aus der Region Leipzig zeichnet mit seinem nun vorgelegten Bericht ein Bild, dass diese Problematik in Nordsachen bestätigt. +++

Jeder zweite Vollzeitbeschäftigte mit sozialversichertem Job im Kreis Leipzig verdiente demnach 2010 weniger als 1.793 Euro brutto im Monat, im Landkreis Nordsachsen mit 1.884 Euro nur geringfügig mehr. Einmalige Leistungen wie Überstundenzuschläge oder Weihnachtsgeld wurden dabei berücksichtigt und Auszubildende nicht mitgezählt.

Erstmals hat der DGB damit differenzierte Daten zu den Verdienstunterschieden im Direktionsbezirk Leipzig vorgelegt, die auf einer Sonderauswertung der Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung beruhen. Vollzeitbeschäftigte in den Landkreisen verdienten deutlich weniger als in der Stadt Leipzig, wo der Durchschnittsverdienst 2.291 Euro beträgt. Beide Kreise liegen damit auch unter dem sächsischen Landesdurchschnitt von 1.955 Euro.

Bei diesen Einkommensstrukturen sind viele Beschäftigte in den Landkreisen massiv von Altersarmut bedroht, so der DGB. Durch die geplante Senkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent müssen Beschäftigte mit einem Einkommen von 2.500 Euro im Monat 35 Jahre in die Rentenkasse einzahlen, um mehr als Grundsicherung im Alter zu bekommen. Bei einem Monatseinkommen von 2.200 Euro droht bei Renteneintritt immer noch Sozialhilfebedürftigkeit, selbst wenn man 40 Jahre gearbeitet und Rentenbeiträge gezahlt hat.

Die Angst vieler Beschäftigter, dass sie mit ihrer Rente im Alter nicht auskommen, ist also nicht unbegründet. Insbesondere Frauen sowie Arbeiter ohne abgeschlossene Berufsausbildung sind ganz erheblich von Altersarmut bedroht.

Angesichts dieser dramatischen Situation schlägt der Vorsitzende der DGB-Region Leipzig-Nordsachsen, Bernd Günther, Alarm und appelliert an die schwarz-gelbe Koalition in Dresden: „Sachsen ist nach Mecklenburg-Vorpommern das Niedriglohnland Nummer zwei. Die Auswirkungen dieser Situation sollten mittlerweile jedem verantwortungsvollen Politiker bewusst sein. Werden Sie Ihrer Verantwortung für die Menschen im Freistaat gerecht: Unterstützen Sie die Mindestlohninitiative von Thüringen im Bundesrat und verhindern Sie die geplante Absenkung des Rentenbeitragssatzes! Stattdessen schlagen wir vor, ab 2014 den Beitragssatz schrittweise um je 0,1 Beitragssatzpunkte für Arbeitnehmer und Arbeitgeber anzuheben, bis er im Jahr 2025 fast 22 Prozent erreicht. Dem moderat steigenden Beitrag stünden deutliche Leistungsverbesserungen gegenüber, außerdem könnten wir Rücklagen für die Zukunft aufbauen.“, so Günther abschließend.