Gewinner des 9. Internationalen Hörspielwettbewerbs gekürt

Im Rahmen des Leipziger Hörspielsommers wurden bereits zum sechsten Mal die Gewinnerstücke des Hörspielwettbewerbs ausgezeichnet. Die hochkarätige Jury hat dazu am Sonntagabend die Sieger in den einzelnen Kategorien bekannt gegeben. +++

„Kennst du schon Ken?“, ein Hörspiel von Simon Kamphans und Matthias Lang, setzte sich in der Wettbewerbs-Kategorie „Beste Montage“ durch. Im fiktiven Social Network „Mybook“ will jeder mit Ken befreundet sein. Doch steckt hinter seinem Profil überhaupt ein Mensch? Und was will Ken wirklich? Die Jury beeindruckte die humorvolle und gekonnte Verklanglichung der digitalen Schriftsprache.

Den Preis in der Kategorie „Beste Idee“ gewann das Hörspiel „Irgendwann kriegen wir euch alle“ von Christof Pisl und Stefanie Heim. Der Hörer begibt sich auf eine Reise in eine elektronische, leistungsorientierte Zukunft, in der Menschen mit Sprach- und Wissensupdates gefüttert werden. Die Jury überzeugte die Idee des Hörspiels und ihre überraschende Umsetzung: „Die beiden Erzählstränge werden durch geschickte Montage ebenso gebrochen wie die möglichen Erwartungen des Hörers.“

Als „Beste Inszenierung“ kürten die Juroren das Hörspiel „Der Tod und seine Kinder“ von Martin Bauch und Sebastian Hocke. Nachdem eine Frau sich selbst verbrannte, wird ihre Vergangenheit ergründet. Ein Videotagebuch führt in die Kindheit der Frau, in die Jahre 1989/90. Sie und ihre Freunde wollten Widerstand leisten gegen das System der DDR, doch die kindliche Revolutionsromantik mündet in der Katastrophe. Die Jury bezeichnete das Hörspiel als atmosphärisch, dicht und spannend, lobte die Montagetechnik und die Mikrofonierung.

Außerdem sprach die Jury drei lobende Erwähnungen aus: „Quotenkönig“ von Andreas Kubitza sei „eine intelligente, in kunstvoller Schnitttechnik aus O- Tönen und Presseberichten montierte Kritik am Medienspektakel“. Das Hörstück „Moordunkel“ von Maria Antonia Schmidt nach einer Geschichte von Michael Ende faszinierte die Jury wegen des gelungenen musikalischen Umgangs mit der literarischen Textvorlage. Und das Hörspiel „Was kommt“ von Daniel Wild besteche neben den geistreichen Dialogen vor allem durch die charmant gezeichneten, mit guten Sprechern besetzten Charaktere.

Den 3. Kinder- und Jugendwettbewerb des Leipziger Hörspielsommers gewann das Hörspiel „Frau Holle“ der Klasse 2B der Erich-Zeigner- Grundschule Leipzig. Sie darf sich über ein großzügiges Technikpaket zur Produktion weiterer Hörspiele freuen.