Gibt es bald Handyverbote in Sachsens Schulen?

Leipzig- In eineinhalb Wochen startet in Sachsen wieder die Schule. Eine Sache die schon jetzt heiß diskutiert wird, ist die Benutzung von Smartphones. In Frankreich wurde nun ein gesetzliches Handyverbot an Schulen beschlossen. Und Sachsens Kultusminister Christian Piwarz spricht sich für eine Art Handy-Knigge an Schulen im Freistaat aus. Wir haben die Sachsen gefragt, was sie davon halten und sprechen über das ganze mit einem Experten vom Landesamt für Schule und Bildung.

Für viele Kinder ist das Handy schon jetzt ein etablierter Alltagsgegenstand. Neben den Vorzügen des Vernetzt-Seins, bringen die Geräte jedoch auch gewisse Gefahren mit sich, auf die beispielsweise der Freistaat Bayern schon 2006 reagierte. Dort gilt die Pflicht, sein Handy bei Betreten des Schulgeländes abgeschaltet im Schulranzen zu verwahren. Ein solches Gesetz ist bislang in Sachsen nicht im Gespräch. Roman Schulz vom Landesamt für Schule und Bildung plädiert diesbezüglich für einen konstruktiven Austausch in dieser Thematik – sowohl im positiven als im negativen Sinn.

Doch wie zukünftig in Schulen weiter mit der Thematik umgegangen werden soll, bleibt jeder Schule selbst überlassen. Vielleicht kommt es trotz der Ablehnung eines einheitlichen Verbotes zu einer Art „Handyknigge“, mit klaren Reglungen für Schüler und Schülerinnen während der Unterrichtszeit. In Zeiten der Digitalisierung profitiert jedoch auch die Bildung vom schnellen Austausch von Informationen. Auch kommen mittlerweile  „Lernapps“ immer mehr zum Einsatz. Roman Schulz hält ein mögliches Handyverbot für fragwürdig, da sich die Kontrolle von Schüler und Schülerinnen nur schwer durchführen lässt.

Eine Entscheidung wie in Frankreich scheint daher erst einmal ausgeschlossen, wenngleich einige Sachsen dafür zu sein scheinen. Am Ende liegt es an Eltern, Lehrern und Pädagogen, wie Kindern der Umgang mit Smartphones in Schulen beigebracht wird.