Gigantisches Regenüberlaufbecken in Chemnitz – Details zum Bauvorhaben

Eins zunächst vorweg: Das Regenüberlaufbecken in Chemnitz muss gebaut werden.

Das hatte der städtische Entsorgungsbetrieb ESC stets mantraartig wiederholt.

Bis jetzt ist durch das Chemnitzer Mischabwassersystem bei starkem Regen das Schmutzwasser ungeklärt in den Chemnitzfluss geleitet worden – ein Verstoss gegen Umweltgesetze.

Deshalb ist die Stadt verpflichtet bis Ende des Jahres eine wasserdichte Planung für ein Bauwerk einzureichen, in dem das Schmutzwasser gesammelt und aufbereitet wird.

Umstritten ist allerdings seit Monaten der Standort dieses Regenüberlaufbeckens.

Zunächst hatte die Stadt den Bereich zwischen Mühlen- und Georgstraße gegenüber des Stadtbades im Visier, da dort die beiden Hauptabwasserkanäle zusammenfließen.

Doch dieser Standort konkurriert mit den städtebaulichen Planungen für den Brühl, weshalb der Standort Brückenstraße trotz höherer Kosten in die Aufmerksamkeit der Planer rückte.

Interview: Manfred Wüpper, Betriebsleiter ESC

Zudem sei der Standort an der Brückenstraße auch noch hochwassersicherer.

Die Anwohner hatten sich bei einer Informationsveranstaltung im Dezember alles andere als erfreut über eine gigantische Baustelle vor ihrer Haustür gezeigt. Neben Lärm und Dreck befürchteten sie auch ihre Parkplätze zu verlieren.

Die Stadt will sich nun darum bemühen, während der Bauphase für genügend Parkplätze in der Nähe zu sorgen. Nach dem Bau des unterirdischen Beckens soll dieser Teil der Brückenstraße ein neues Gesicht erhalten.

Interview: Bernd Gregorzyk, Leiter Tiefbauamt

Für das 4.000 Kubikmeterbecken sollen insgesamt 16,5 Millionen Euro investiert werden. Laut ESC hätte dies allerdings kaum Auswirkungen auf die Abwasserentgelte.

Einstellen müssen sich die Chemnitzer ab Ende 2016 allerdings auf umfangreiche Bauarbeiten, die sich bis auf die Kreuzung der Brückenstraße mit der Theaterstraße erstrecken.

Interview: Manfred Wüpper, Betriebsleiter ESC

Die Beschlussvorlage der Stadt wird noch einmal in den zuständigen Ausschüssen diskutiert und dann dem Chemnitzer Stadtrat am 25. März zur Abstimmung vorgelegt.

Alles deutet darauf hin, dass der Stumpf der Brückenstraße in zwei Jahren eine riesige Baugrube ist.

Dieser Beitrag ist leider noch nicht verfügbar