Giraffe Knöpchen ist im Leipziger Zoo gestorben

Giraffendame Knöpfchen (geboren 1998, seit 1999 in Leipzig) ist Samstagbend plötzlich verstorben. Als Todesursache wird akutes Herz-Kreislauf-Versagen infolge einer Sturzverletzung angenommen, die sich das Tier zuvor zugezogen hat.

Knöpfchen hatte erst vor wenigen Tagen, am 24.3.2010, ein männliches Jungtier zur Welt gebracht. Mutter und Kalb waren nach der Geburt wohlauf und befanden sich getrennt von der Herde, damit sich die Mutter-Kind-Bindung festigen konnte.

Zootierarzt und Pfleger beobachteten allerdings mit Sorge, dass sich Knöpfchen äußerst unruhig verhielt, beständig in der Box hin und herlief und das Jungtier dadurch nicht zum säugen kam. Als dieser Zustand bis gestern Nachmittag anhielt, schritt der Zoo – um dramatische Folgen für das Kalb zu verhindern – veterinärmedizinisch ein und verabreichte dem Muttertier mit dem Blasrohr eine Beruhigungsspritze. Vorerst mit Erfolg: Die Mutter beruhigte sich tatsächlich und gestattete dem Jungtier, das Gesäuge zu suchen und zu trinken.

Unerwartet und für niemanden kalkulierbar, stolperte die Mutter plötzlich über ihr Junges und fiel dabei so unglücklich, dass sie mit den Hinterbeinen ausgrätschte. Dies hatte massive Muskelverletzungen zur Folge und das Tier war nicht mehr in der Lage, aufzustehen. Pfleger und Tierarzt versuchten über Stunden, Knöpfchen zu stützen und zum Aufstehen zu bewegen – leider ohne Erfolg. Am Ende erlag das Tier trotz medikamentöser Vorsorge einem Herz-Kreislauf-Schock und verstarb.

Das Junge ist den Umständen entsprechend wohlauf. Um dessen Versorgung zu gewährleisten, wird von Pflegern zugetränkt. Bis auf weiteres ist das Kalb von der Herde getrennt. Sobald das Jungtier stabilisiert ist und gut trinkt, soll es in den Giraffenverband integriert werden und nur während der Fütterung Kontakt zum Menschen haben.

Hinweis: Das Giraffenhaus ist momentan für Besucher geschlossen. Jungtier und Giraffenherde sollen für einige Tage ungestört sein. Der Zoo bittet um Verständnis, dass während dieser Zeit keine Dreh- und Fotoarbeiten möglich sind.