Giraffenbulle „Knopf“ starb an Jungtierinfektion

Der am 6. April 2010 plötzlich tot aufgefundene Giraffenbulle „Knopf“ (geb. am 24.03.2010) starb an einer Jungtierinfektion. Die Obduktion ergab die Verbreitung von Bakterien (E.coli und Streptokokken) in der Lunge, im Darm und im rechten Sprunggelenk.

Die Infektion wurde infolge einer Unterversorgung mit den lebenswichtigen Abwehrstoffen aus dem Kolostrum der Mutter begünstigt. Zudem kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Kleine bereits in der Gebährmutter nicht optimal versorgt wurde, worauf auch sein unter dem Normalwert liegendes Geburtsgewicht von 43 kg hinweist.

„Knopf“ wurde seit seinem 3. Lebenstag durch die Pfleger und Tierärzte betreut, nachdem seine Mutter „Knöpfchen“, ebenfalls überraschend, an einem Herz-Kreislauf-Schock aufgrund eines Sturzes über ihr Jungtier verstarb.

Die Untersuchung bei „Knöpfchen“ (geb. 1998, seit 1999 in Leipzig) hat zusätzlich ergeben, dass sie an einem Tumor im Bereich des Dünndarms litt. Dieser Tumor hat den Darm stark eingeengt, was zu Koliken und zeitweise zur Verweigerung der Nahrungsaufnahme führte. Seit mehreren Jahren stand Knöpfchen bereits unter medizinischer Versorgung. Ursprünglich gingen die Tierärzte von einem Fremdkörper aus. Dieser Verdachtsmoment konnte allerdings nicht bestätigt werden, wie die Befunde aufzeigen.

„Wir bedauern es sehr, dass wir zwei Giraffen innerhalb kürzester Zeit auf tragische Weise verloren haben. Die pathologischen Ergebnisse zeigen allerdings auch, dass der Tod von Knopf im direkten Zusammenhang mit dem Gesundheitszustand von Knöpfchen steht. Von Anfang an war uns bewusst, dass es kein leichter Weg für das Jungtier werden wird. Das Risiko einer Infektion bestand vom ersten Tag an“, so Zoodirektor Dr. Jörg Junhold.