Gleichberechtigung: „Wenn Weiber aufmucken“

Chenitz- „Die Weiber mucken auf“ – so beschrieb die Tagespresse vor 30 Jahren, die Anstrengungen vieler starker Frauen, welche für die Gleichstellung vor dem Gesetz gekämpft hatten.

2020 berichten wir wieder über diese Bewegung. Allerdings nicht so spottend, wie noch Jahre zuvor, denn was für uns selbstverständlich scheint, war einst harte Arbeit. Vor 30 Jahren, entschied der Rat von Karl-Marx-Stadt eine kommunale Gleichstellungsstelle einzurichten, sowie ein Frauenbegegnungszentrum zu schaffen. Doch auch wenn in drei Jahrzehnten viel geschehen ist, hinterlässt das Thema offene Fragen.

Durch die Arbeiterbewegung im 19. bis 20. Jahrhundert wurde eine Debatte ins Leben gerufen, die 1910 schließlich mit der Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentages endete, der 1911 zum ersten Mal zelebriert wurde. Jedes Jahr am 8. März finden zu Ehren des weiblichen Kampfes verschiedene Veranstaltungen statt. In Chemnitz wird es bereits am 6. März eine Feierstunde geben, in der Chemnitzer Frauen gemeinsam mit Gästen aus den Partnerstädten Tampere, Usti nad Labem und Lodz auf die Bemühungen vieler Generationen zurückblicken. Am 7. März soll in einem Symposium ein europäischer Vergleich in Sachen „Geschlechtergerechte Städte“ gezogen werden.

Und auch wenn schon so viel Arbeit geleistet wurde, liegt vor der vollkommenen Gleichstellung noch ein weiter Weg. Nach statistischem Bundesamt verdienen Frauen in Deutschland immer noch 21 Prozent weniger als Männer. In Ostdeutschland ist die Quote mit 7 Prozent zwar deutlich geringer, allerdings immer noch existent. Und auch wenn der Gehaltsunterschied auf den ersten Blick als dominantestes Beispiel in den Vordergrund rückt, mindert dies nicht die Gewichtigkeit, der gesellschaftlichen Schubladen, aus denen auch 2020 noch nicht ausgebrochen wurde.

„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“. Auch wenn Artikel 3 alle Maßnahmen zur Beseitigung geschlechterspezifischer Ungleichheit dokumentiert, stellt sich die Frage ob dies nur bloße Worte auf Papier sind, oder wir dem doch Ziel langsam näher kommen.