Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Staatsministerin Clauß fordert Lohntestverfahren

Sachsens Gleichstellungsministerin Christine Clauß hat anlässlich des Tages der Entgeltgleichheit am Freitag– dem Equal Pay Day – die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern angemahnt.

„Noch immer verdienen Frauen im bundesweiten Durchschnitt bei gleicher Arbeit rund 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen – dies ist ein unhaltbarer Zustand“, sagte die Ministerin heute in Dresden.

Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt steht der Freistaat Sachsen zwar vergleichsweise gut da: Aufgrund der traditionell höheren Erwerbsneigung von Frauen betrug dieser Unterschied im Freistaat Sachsen im Jahr 2010 lediglich 9 Prozent.

Allerdings steigt auch bei uns der Verdienstunterschied mit dem Ausbildungsniveau an. Darüber hinaus sind die Unterschiede in den Branchen, in denen überdurchschnittlich viele Frauen beschäftigt sind, geringer als in männerdominierten Arbeitsbereichen. So erzielten Frauen im Dienstleistungsbereich rund 96 Prozent des Bruttostundenlohns ihrer männlichen Kollegen. Im Produzierenden Gewerbe, in dem traditionell mehr Männer be-schäftigt sind, liegt der Gehaltsunterschied („Gender Pay Gap“) jedoch bereits bei rund 20 Prozent.

„Die Gründe für die Ungleichbezahlung sind vielfältig“, so Christine Clauß. „Bereits mit der Berufswahl wird der Grundstein für spätere Karrierechancen gelegt. Auch bei uns entscheiden sich noch immer zu wenig Mädchen für technische oder naturwissenschaftliche Berufe, die – im Vergleich zu den traditionell weiblichen Berufsbildern – von besseren Verdienstchancen geprägt sind. Die Arbeitsmarktforschung sieht die Ursachen auch in der erhöhten Teilzeittätigkeit von Frauen und in einem noch zu geringen Anteil von ihnen an Führungspositionen.

Christine Clauß fordert die sächsischen Arbeitgeber auf, verstärkt Lohntestverfahren zu nutzen, um versteckte Entgeltunterschiede zwischen Frauen und Männern in ihren Unternehmen aufzudecken!

Der Equal Pay Day, der in Deutschland seit dem Jahr 2008 offiziell begangen wird, markiert immer den Tag, bis zu dem Frauen arbeiten müssen, um im Bundesdurchschnitt das Einkommen zu erlangen, dass die Männer bereits am Ende des vergangenen Jahres erreicht haben. Dem Aktionsbündnis gehören unter anderem Arbeitgeberverbände, Unternehmerinnenverbände, die Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen an.