Glockenturm in Prohlis wird geweiht

Über 20 Jahre musste die Prohliser Kirchgemeinde auf den Glockenturm zu ihrem Gemeindezentrum warten.

Im letzten Jahr begann nun endlich der Bau. Am Sonntag soll der Glockenturm geweiht werden. Einfach war der Weg dahin nicht. Zu DDR-Zeiten scheiterte der Bau an ideologischen Gründen. Nach der Wende verzögerte der schnöde Mammon das Vorhaben.
Es sind die letzten Handgriffe am Prohliser Glockenturm. (drei Schläge rauskucken lassen) Glockenmonteur Frank Richter  prüft nocheinmal den Klang, bevor die in Passau gegossene Glocke an ihren Bestimmungsort kommt. Pfarrer Mathias Bartsch hat lange auf diesen Tag gewartet. Die Planungen zum Turm laufen schon seit Jahren. Der jetztige Entwurf wurde in einem Architekturwettbewerb ausgewählt.
Seit Oktober entsteht in Prohlis ein Glockenturm. Die Idee dazu gab es schon beim Bau des Gemeindezentrums Anfang der 80-er Jahre. Doch den Bau verhinderte die Regierung. Die Kirche sollte so wenig wie möglich auffallen – ein weithin sichtbares Zeichen wie ein Glockenturm war undenkbar. Also improvisierte die Gemeinde: eine alte Glocke wurde im Pfarrgarten von Hand geläutet.
Die Prohliser nehmen großen Anteil am Bau des Glockenturms, wie hier beim Richtfest des Turms im Dezember. Auch am Sonntag zur Weihe erwartet der Pfarrer ein volles Gotteshaus. Viele haben mit einer Spende zum Bau beigetragen. Denn ein Drittel der Baukosten musste die Gemeinde selbst aufbringen. 60.000 Euro sind so zusammen gekommen. Eine Menge in einem Stadtteil, der nicht zu den sozial stärksten gehört. Dabei war das Projekt in der Kirche nicht unumstritten. In einem Stadtteil, in dem zur Zeit mehr abgerissen als gebaut wird, ist der Turm also auch ein Standortbekenntnis. Am Sonntag um 14 Uhr werden in Prohlis dann zum ersten Mal die Glocken läuten.