Görlitz wappnet sich für Hochwasser

Görlitz (dapd-lsc). Feuerwehr und Einwohner von Görlitz rüsten sich derzeit mit Hochdruck für ein am Abend erwartetes Hochwasser der Neiße.

Nach Angaben der Feuerwehr wurden seit dem späten Nachmittag im gesamten Stadtgebiet vier Stationen zum Befüllen von Sandsäcken eingerichtet, zudem sind fast hundert Feuerwehrleute in Alarmbereitschaft versetzt worden. Wann das Hochwasser die ostsächsische Stadt erreicht, ist allerdings noch unklar.

Schätzungen des Landesumweltamtes zufolge sollte der Scheitel die Stadt am Abend erreichen. Nach Angaben der Görlitzer Stadtverwaltung war bereits am Nachmittag mit dem Ablassen von Wasser aus einer nahe gelegenen Talsperre begonnen worden.

Das Landesumweltamt hat für die Nacht einen Anstieg der Neiße am Pegel Görlitz auf bis zu sechs Metern prognostiziert. Am Nachmittag lag der Pegel noch bei rund 3,20 Metern, allerdings bringt der Fluss Witka aus Polen derzeit mit rascher Geschwindigkeit Wasser, sodass die Neiße mit bis zu 300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ansteigt. Am Pegel Görlitz wird mit dem Erreichen des Richtwerts der Alarmstufe 4 gerechnet.

In Görlitz war es erst im vergangenen Sommer zu einem extremen Hochwasser gekommen. Beim August-Hochwasser hatte der Neiße-Pegel 7,07 Meter erreicht und Teile der historischen Görlitzer Altstadt überschwemmt. Auslöser für die Unwetterkatastrophe war der Bruch eines Staudamms an der Wilka im polnischen Radomierzyce, wodurch eine extreme Flutwelle ausgelöst worden war. Am Donnerstagnachmittag haben die zuständigen Behörden damit begonnen, Wasser aus dem Staudamm abzulassen.

Ähnliche Zustände wie im vergangenen Sommer erwartet die Görlitzer Feuerwehr in diesem Jahr nicht. „Im vergangenen Jahr war die Situation eine ganz außergewöhnliche. Damit ist diesmal nicht zu rechnen“, sagte der Leiter der Görlitzer Feuerwehr, Uwe Restetzki der Nachrichtenagentur dapd.

Grund für das derzeitige Hochwasser ist der Dauerregen in Ostsachsen. Betroffen sind neben der Neiße auch die Spree sowie mehrere Zuflüsse. An mehreren Flussabschnitten galt am Donnerstag bereits die zweithöchste Meldestufe 3, in den Landkreisen Bautzen und Görlitz mussten am Donnerstag mehrere überflutete Straßen zeitweise gesperrt werden. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes muss noch bis Freitagmorgen mit extrem ergiebigen Dauerregen gerechnet werden.

dapd

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