Golfstrom und Schwedenpanzer – Westautos in der DDR

Dresden - West-Autos in der DDR waren nicht nur Exoten im Straßenbild. Ihr Import stand auch oft in direktem Zusammenhang mit zeit- und wirtschaftsgeschichtlichen Entwicklungen innerhalb der DDR. Der Vortrag im Verkehrsmuseum im Zusammenhang mit der Sonderausstellung „Die Deutschen und ihre Autos“ thematisiert u. a.die Motive westlicher Hersteller, in Handelsbeziehungen mit der DDR zu treten. Los geht es am Donnerstag um 18 Uhr.

10.000 VW Golf für das Volk und verlängerte Volvo-Limousinen für die Staatsführung – die wohl bekanntesten West-Importe auf den Straßen der DDR. Doch die Geschichte der Fahrzeuge von „drüben“ reicht viel weiter. Der Vortrag berichtet von den Importen britischer Hillman und französischer Renault ab Mitte der 1950er Jahre, betrachtet die eingeschworene VW-Käfer-Szene der DDR und setzt sich mit den Gründen der offiziellen Importe von Golf, Mazda, Volvo und Citroen ab Ende der 1970er Jahre auseinander.

Die Rolle der „Kommerziellen Koordinierung“ von Alexander Schalck-Golodkwoski im Fahrzeughandel mit dem Westen wird ebenso beleuchtet, wie die Vielzahl der über „Genex“ und die „Intershops“ importierten Fahrzeugtypen und ihre Stückzahlen. Darüber hinaus wird mit einem Einblick in die geheimnisumwitterten Fuhrparks der Staatsführung etwa die Frage beantwortet, warum Erich Honecker sich ausgerechnet im Citroen chauffieren ließ.

© Verkehrsmuseum Dresden

West-Autos in der DDR waren nicht nur Exoten im Straßenbild. Ihr Import stand auch oft in direktem Zusammenhang mit zeit- und wirtschaftsgeschichtlichen Entwicklungen innerhalb der DDR, die der Vortrag ebenso thematisiert, wie die Motive westlicher Hersteller, in Handelsbeziehungen mit der DDR zu treten. Björn Herrmann, Jahrgang 1973 aus Bremen, ist Kulturwissenschaftler mit eigener kleiner Ost-West-Klassikersammlung vom Wartburg 311 bis zum Genex-Passat.