Gorbitz erhält Kulturdenkmäler

Dresden - Anfang 80er Jahre entstand im Westen der Sächsischen Landeshauptstadt das größte Platten-Neubaugebiet von Dresden. Am Dienstag erhält der Dresdner Stadtteil mit einem WBS 70-Plattenbau, einem Brunnen und einem Großmosaik seine ersten Kulturdenkmäler.

Um beispielhafte Zeugnisse des industriellen Wohnungsbaus in Gorbitz vor dem Verschwinden zu bewahren, hatte die SPD-Fraktion im Dresdner Stadtrat - auf Initiative des Gorbitzer Stadtteilkümmerers, Mathias Körner - in einem Antrag ein Denkmalschutzkonzept für das Viertel gefordert. Dieses ist inzwischen hinsichtlich der Umsetzbarkeit überprüft worden.

Im Jahre 2010 begannen die ersten Schritte zum Antrag auf Denkmalschutz, welcher in den folgenden Jahren durch Forschung und öffentlichen Führungen, Workshops und Ausstellungen begleitet wurde.
Es ist ein Glück für jeden Stadtteil, wenn sich Menschen mit so viel Herzblut für ihn einsetzen wie der ehrenamtliche Chronist und Stadtteilexperte Mathias Körner.

© Buch: "Gorbitzer Höhenpromenade"

Die positiven Entwicklungen in Gorbitz geraten leider oft in Vergessenheit. So schreitet die Sanierung der Wohnhäuser voran, wodurch der Stadtteil sein Erscheinungsbild verändert.
Zu den kulturgeschichtlich wertvollen Elementen von Gorbitz ergänzt Mathias Körner: „Dresden ist groß genug für Barock, Jungendstil und die unterschätzte Epoche des industriellen Wohnungsbaus. Diese Architektur braucht ein scharfes Auge und einen feinen Geist. Mit dem Denkmalstatus wird der Wunsch der Gorbitzer, der in vielen Workshops der vergangen Jahrzehnte artikuliert wurde, aufgegriffen.“ Körner veröffentlichte das Forschungswissen in dem Buch "Gorbitzer Höhenpromenade -Dresdens vergessener Schatz" und möchte 2019 zum Stadtratswahlkampf antreten, um mehr für Gorbitz zu bewegen.

© Sachsen Fernsehen

Das Gemeindezentrum steht am Dienstag ab 18 Uhr offen. Der Eintritt ist frei. Zudem bietet Mathias Körner am 29. August 2018 eine kostenlose Führung durch Gorbitz an, die zu den Themen Architektur – Kunst – Geschichte informiert. Treffpunkt ist 18 Uhr an der Haltestelle Merianplatz.

Artikel erstellt von: Jonathan Wosch