Graffitis- Schmiererei oder Kunst?

Bei diesem Thema scheiden sich die Geister. 2007 wurden etwa 6.000 Häuser illegal besprüht. Die Kosten für die Reinigung sind immens.

Doch nun gibt es ein sachsenweites Projekt, das Schule machen soll. Demokratie Versprühen – ein schwieriges Unterfangen. Doch eigentlich ist es ganz einfach. Man nehme eine Sprayflasche, hoch motivierte Leute und gute Ideen. Das sind die Zutaten für das Kooperationsprojekt, das 2009 startet und sich speziell an Jugendliche richtet.  

Interview: Leonard Schmieding, Betreuer des Projektes  

Deshalb versuchen die Initiatoren die Jugendlichen gerade über Graffiti und Hip Hop zu erreichen. Sie sollen selbst aktiv werden und sich kreativ mit Themen aus Geschichte, Politik und Kultur beschäftigen. Denn die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte ist wichtig.  

Interview: Roland Wöller CDU, Sächsischer Staatsminister für Kultur  

Und das soll mit dem Graffitiprojekt auch erreicht werden. Ein Bus macht jeweils für ein Wochenende Halt. Im Mai macht der Bus in Leipzig Halt. In einem zweitägigen Workshop erarbeiten die Jugendlichen eigene Motive zum Thema Demokratie. Die besten Entwürfe dürfen dann im Sommer auf einer Wand verewigt werden. Und das ganz legal.  

Interview: Roland Wöller, Sächsischer Staatsminister für Kultur  

Der Meinung ist auch Marcel Heinrich, alias MC. Er gab einen kleinen Vorgeschmack auf das Projekt. Sebastian hat bereits mit 13 Jahren angefangen zu sprayen. Für ihn sind Graffitis keine Schmierereien. Er will mit seinen Bildern etwas ausdrücken. Und das war schon immer so.  

Interview: Sebastian Drechsel, Graffitikünstler  

Und er ist nicht nur Graffitikünstler, sondern auch selbst in das Projekt involviert. Sein Verein hat die Logos zum Wettbewerb entworfen. Außerdem ist er Ansprechpartner für die Jugendlichen und versucht auch Lehrern die Graffiti-Szene näher zu bringen.  

Interview: Sebastian Drechsel, Graffitikünstler  

Der Wettbewerb endet pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum der friedlichen Revolution. Der Herbst 2009 wird also ganz besonders bunt.