Greenpeace Leipzig will an Tschernobyl erinnern

Greenpeace Leipzig protestiert am Dienstag ab 17:00 Uhr in der Leipziger Innenstadt für einen Ausstieg aus der Kernkraft bis zum Jahr 2015.

Die schwarz gekleideten Aktivisten erinnern mit einer schweigenden Menschenkette außerdem an den atomaren Super-GAU in Tschernobyl vor 25 Jahren. Die Route der Demonstration wird vom Augustusplatz durch die Innenstadt führen.

„Der Super-GAU in Tschernobyl zeigte, dass die Atomkraft nicht sicher beherrschbar ist“ sagt Kevin Hausmann, Energieexperte von Greenpeace Leipzig. „In jedem Reaktor der Welt kann eine verheerende Katastrophe passieren, die das Leben von hunderttausenden Menschen gefährdet.“

In der Nacht zum 26.4.1986 explodierte der Reaktorblock 4 des Atomkraftwerks im
ukrainischen Tschernobyl als Folge eines fehlgeschlagenen Experiments. Dabei wurden
enorme Mengen an Radioaktivität freigesetzt, die weite Teile Europas kontaminierten.
Zehntausende Menschen starben, hunderttausende Menschen erkrankten bzw. haben ihre
Heimat für immer verloren. Die stark verstrahlte Sperrzone um das Kraftwerk umfasst heute noch eine Fläche von mehr als 4.000 km2. Bis heute sterben Menschen an den Folgen der Strahlung.

„Die dramatischen Ereignisse in Fukushima zeigen aufs Neue, dass die Kernkraft eine
Hochrisikotechnologie ist“ sagt Kevin Hausmann, Energieexperte von Greenpeace Leipzig.
„Die Energiekonzerne müssen jetzt in Erneuerbare Energien investieren. Die im Herbst 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung ist verantwortungslos und nützt lediglich den
Profitinteressen der Großkonzerne. Der radioaktive Müll wird auch in den kommenden
Jahrhunderten die Umwelt belasten“.

Aktuelle Berechnungen von Greenpeace in „Der Plan – Deutschland ist erneuerbar“
zeigen, dass der Ausstieg aus der Kernkraft schnellstmöglich bis zum Jahr 2015 vollzogen
werden kann. Dies wird ohne negative Folgen für die Sicherheit der Stromversorgung, den
Klimaschutz oder die Energiekosten erreichbar sein. Neben dem Pannenmeiler Krümmel
müssen die sieben ältesten deutschen AKW sowie „Neckarwestheim 2“ auch nach dem
Moratorium vollständig abgeschaltet bleiben. Die verbleibenden acht AKW werden
schrittweise bis zum Jahr 2015 stillgelegt.