Greenpeacegruppe Leipzig richtet offenen Brief an MIBRAG

In Kopenhagen diskutieren die Nationen der Welt derzeit über den dramatischen Klimawandel – auch in Leipzig und Umgebung gibt es „Klima-Sünder“. Das Braunkohleunternehmen MIBRAG ist eines davon. Nun gab die Greenpeacegruppe Leipzig einen offnen Brief an Dr. Geisler, dem Vorsitzenden des Braunkohleunternehmens MIBRAG heraus. Lesen Sie hier den Brief und die Forderungen einiger Leipziger Stadträte, Bundestagsabgeordneter und des Ökolöwen Leipzig:

„Sehr geehrter Herr Dr. Geisler,
die Vorweihnachtszeit steht in diesem Jahr 2009 nicht allein unter dem Stern von Pfeffernüssen, Glühwein und bunten Lichterkerzen. Sie steht auch und zu Recht unter dem Stern des Klimawandels und der zurzeit in Kopenhagen stattfindenden Weltklimakonferenz. Besorgte Delegierte aus 192 Staaten treffen sich in der dänischen Hauptstadt, um endlich die dringend notwendigen Schritte
zu Verhinderung eines gefährlichen Klimawandels zu verabreden.

Ihr Unternehmen, sehr geehrter Herr Dr. Geisler, hat in erheblichem Umfang zur globalen Klimaerwärmung beigetragen. Die Braunkohle, welche von der MIBRAG und ihren Vorgängern gefördert und verstromt wird, ist der klimaschädlichste Energieträger, den wir kennen. Sein geringer Brennwert sorgt dafür, dass pro erzeugter Energieeinheit große Mengen an Kohlendioxid frei
werden. Auch wenn wir Leipziger nicht mehr so direkt und sichtbar unter dem vor unserer Haustür durchgeführten Raubbau leiden, so hat sich an der Klimaschädlichkeit Ihrer Aktivitäten nichts geändert. Ihre Verantwortungslosigkeit fordert angesichts der globalen Klimakrise unseren schärfsten Protest heraus.

Schon längst ist das Ziel eines CO2-neutralen Wirtschaftens keine Vision von Wissenschaftlern und Umweltschützern mehr. Auch konservative Politiker bekennen sich heute zu einer CO2-freien Stromerzeugung bis zum Jahre 2050. Neue Kohlekraftwerke, die für Jahrzehnte hohe Emissionen zementieren, passen nicht in dieses Bild. Sie werden zudem, angesichts zwangsläufig stark
steigender Kosten für den CO2-Zertifikatekauf, nicht rentabel zu betreiben sein. Wie man der Presse entnehmen kann, haben Sie einen Vorgeschmack auf diesen Effekt ja bereits erhalten.

Wir, die Unterzeichner, fordern Sie hiermit auf, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Stoppen Sie den neuen Tagebau bei Lützen. Legen Sie Ihre Pläne für ein neues Braunkohlekraftwerk bei Profen auf Eis. Die Region, die Welt und das Klima werden es Ihnen danken.

Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit!

Greenpeace-Gruppe Leipzig
Greenpeace-Gruppe Halle
Ökolöwe Leipzig
Klima-Allianz Leipzig
Dr. Barbara Höll, MdB
Dr. Leonard Kasek, NABU
Dr. Ilse Lauter, Leipziger Stadträtin
Monika Lazar, MdB
Roland Quester, Leipziger Stadtrat“

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