Größter Physikkongress Europas in Dresden – ohne japanische Forscher

Auf der Jahrestagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft kommen in diesen Tagen rund 7000 Forscher aus aller Welt an der TU Dresden zusammen. Natürlich spielt dort auch die atomare Katastrophe in Japan eine Rolle. +++

Noch immer hält die Welt den Atem an – die Unglücksmeldungen aus Japan reißen nicht ab: Im Atomkraftwerk Fukishima hat es am Montag erneut eine Wasserstoffexplosion gegeben – in Block 2 des Komplexes liegen die Kühlstäbe trocken – eine Kernschmelze droht.

Die Lage im Katastrophengebiet beobachten derzeit auch tausende Wissenschaftler in Deutschland gebannt – auf dem größten europäischen Physikkongress, der in diesen Tagen in Dresden stattfindet – war das Unglück am Montag eins der zentralen Themen. 

Bedrückung herrschte angesichts der Abwesenheit einiger japanischer Kollegen. Rund 13 Forscher aus japanischen Instituten hatten sich für die Jahrestagung der DPG angekündigt, kümmern sich aber verständlicherweise nun um betroffene Familienmitglieder und Freunde.

Interview mit Wolfgang Sandner (Präsident Deutsche Physikalische Gesellschaft), im Video

 Noch ist die Strahlenbelastung in der Umgebung des AKW Fukushima vergleichsweise gering, die Folgen solcher Mengen für den Menschen zu wenig erforscht. Rund 200.000 Japaner aus dem Katastophengebiet sind jedoch zunächst in Sicherheit gebracht worden.

Für Deutschland geben die Physiker Entwarnung – hierzulande gäbe es bisher keine Anzeichen für den Anstieg von radioaktiver Strahlung. 

Und dennoch – die atomare Katastrophe in Japan entfacht auch in Deutschland wieder die Debatte über die Sicherheit atomarer Energie. Denn der Fall Fukushima zeigt vor allem eines: Man kann nicht auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. 

Und deshalb wird das Thema wohl auch die Diskussionen rund um die zahlreichen Vorträge des Physikkongresses bestimmen. Bis zum 18. März kommen an der TU Dresden rund 7000 Forscher aus aller Welt und allen Bereichen der Physik zusammen.

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