Großbaustelle neben Synagoge soll Elbe sauberer halten

Dresden - In den kommenden Monaten errichtet die Stadtentwässerung eine Art unterirdisches Klärwerk am Rathenauplatz. Momentan fließt bei starken Regenfällen das Abwasser ungereinigt in die Elbe. Das wirkt sich negativ auf die Umweltverschmutzung aus und soll daher in Zukunft verhindert werden.

Das alte Wehr wird erneuert und von 1 Meter auf circa 2,50 Meter erhöht und so ausgestattet, dass es sowohl unterhalb als auch oberhalb unterschiedliche Wassermengen passieren lassen kann. So kann das Wehr in dem davor liegenden Gebietshauptkanal Abwasser anstauen, um die Einleitungen von unbehandeltem Mischwasser in die Elbe zu verringern. Außerdem werden drei Rechen installiert, um grobe Stoffe herauszufiltern, die sonst in die Elbe gelangen würden.

Das sogenannte Trenn- und Steuerbauwerk befindet sich genau unter der stadteinwärts führenden Fahrbahn am Kopf der Carolabrücke. Deshalb muss der Verkehr während der Bauzeit umgeleitet werden. Dafür entsteht aktuell eine Behelfsstraße. Drei Spuren inklusive dem Fahrradweg sollen ab der ersten Juliwoche über die jetzt noch grüne Mittelinsel führen. Danach wird die neun Meter tiefe Baugrube gegraben. Die Straßenbahntrasse, die mitten durch die Baustelle führt, bleibt erhalten und erhielt zum Schutz gegen herabfallende Teile ein Stahldach. Die vorbreitenden Arbeiten begannen bereits im April.

Während das Schutzdach für die Straßenbahntrasse errichtet wurde, konnte keine Bahn über die Carolabrücke fahren. Die Haltestelle Synagoge wurde nicht bedient. Seit Montag hat das Verkehrschaos für Straßenbahnfahrer nun endlich ein Ende.

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Autofahrer hingegen müssen sich auf Umleitungen einstellen. Während der Bauarbeiten sind immer wieder Behinderungen möglich. Zudem ist ab Juli das Linksabbiegen von der Carolabrücke in Richtung Pillnitzer Straße nicht mehr möglich. Die Umleitung erfolgt über den Hasenberg, Terassenufer und Steinstraße.

Um die Baustelle nach außen ansprechend zu gestalten, hat sich die Stadt etwas einfallen lassen. Künstler wurden beauftragt vorgegebene Motive künstlerisch zu gestalten. Die Bauzäune werden mit Graffitis verziert.

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Auch an der Prießnitzmündung wurde in den letzten Jahren ein so genannter Wasserkonfliktpunkt in Dresden beseitigt. An der Friedrich-Wieck-Straße am Blauen Wunder stehen ähnliche Bauarbeiten bevor.

Mit der Fertigstellung dieses großen Bauvorhabens rechnet die Stadtentwässerung mit dem Jahresbeginn 2020. Die Verkehrsführung soll bereits im Sommer 2019 wieder zurückgebaut werden. 3,5 Millionen Euro sind für die Baumaßnahmen geplant.

Mischwasserkanalisation

Die Stadtentwässerung Dresden GmbH betreibt die 1.800 Kilometer lange Dresdner Kanalisation. Über zwei Drittel der zu entwässernden Fläche werden im sogenannten Mischsystem entwässert. Das bedeutet, ein einzelner Kanal unter der Straße leitet sowohl das täglich anfallende häusliche und gewerbliche Abwasser ab und zusätzlich das Regenwasser. Bei sehr starkem Regen wächst der Abwasserstrom auf ein Vielfaches an. Teilweise bis auf die 20fache Menge des Trockenwetterabflusses. In diesen Fällen werden Teile des durch den Regen verdünnten Abwassers durch Entlastungskanäle in die Elbe abgeleitet.