Großdemo in Markranstädt für den Kulkwitzer See – Todesfall überschattet Stadtratssitzung

Donnerstagabend machten sich die Markranstädter zusammen mit Leipzigern stark für ihren „Kulki“. In einer Sonderstadtratssitzung sollte über eine Unterschriftensammlung gegen die Kulkwitzer See Bebauung entschieden werden. Die Sitzung wurde allerdings aufgrund eines tragischen Zwischenfalls vertagt. +++

Das Westufer des Kulkwitzer Sees soll auf 49.000 Quadratmetern privatisiert und bebaut werden. Zumindest, wenn es nach der Mehrheit der Markranstädter Stadträte geht. Die Bürgerinitiativen für den Kulki sehen das allerdings anders. Aus diesem Grund haben sie knapp 3.000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt. Und genau dieses sollte am Donnerstag zur Abstimmung stehen. Dabei gibt es allerdings ein Problem mit einer Formulierung.

Interview: Jürgen Kasek – Anwalt (im Video)

Vor der Stadtratssitzung versammelten sich rund 150 Menschen auf dem Platz vor dem Rathaus. Mit Transparenten und Plakaten zeigten sie deutlich, wie sie zu den Entscheidungen des Rathauses stehen. Die Bürgerinitiative „Pro Kulki, contra Bebauungswahn“ möchte, dass der politische Wille der Bürger ernst genommen wird.

Interview: Hendrik Fiedler – Bürgerinitiative „Pro Kulki, kontra Bebauungswahn – Bürger für Markranstädt“ (im Video)

Im Rathaus gibt es aber, wenn auch nur in der Minderheit, durchaus Befürworter des Bürgerbegehrens.

Interview: Hans-Jürgen Berg, Die Linke – Stadtratsmitglied (im Video)

In den letzten zweieinhalb Jahren zeigte sich der Markranstädter Stadtrat offenbar wenig beeindruckt von den Bürgermeinungen zu diesem Thema. Am Donnerstagabend sollte über die Zulässigkeit abgestimmt werden. Allerdings kam es während der Ratssitzung zu einem tragischen Zwischenfall. Ein Bürger erlitt einen Herzinfarkt und starb. Ersten Informationen zufolge soll die Abstimmung am kommenden Donnerstag erneut durchgeführt werden.

Laut einem bereits existierenden Rechtsgutachten ist das Bürgerbegehren durchaus zulässig. Sollte des dennoch abgeschmettert werden, könnte das Ganze vor Gericht enden.