Große Gefühle in der Oper „Herzog Blaubarts Burg“

Leipzig - Auf gleich zwei Stücke an einem Abend können sich alle Freunde klassischer Musik an der Oper Leipzig freuen. Denn am Samstag gibt es mit "Herzog Blaubarts Burg / Pagliacci" eine Doppelpremiere. 

In die Abgründe der menschlichen Seele blickt Béla Bartóks einzige Oper "Herzog Blaubarts Burg". 1918 uraufgeführt beruht sie auf dem Märchen Blaubart. Regisseur Philipp Neumann erzählt die Geschichte einer Liebe, die Erlösung verspricht, am Ende aber zum Scheitern verurteilt ist.
Herzog Blaubarts Seelenwelt gleicht einer finsteren und geheimnisvollen Burg, die seine Braut Judith mit ihrer Liebe erwärmen und erhellen will. Doch Blaubart verbirgt sein Innerstes hinter sieben Türen. Nur widerwillig lässt Blaubart zu, dass Judith eine nach der anderen öffnet. Bis sie schließlich hinter der letzten sein schreckliches Geheimnis entdeckt. 
Der Regisseur inszeniert den Einakter als fesselndes Psychogramm der Geschlechter. Die Bühne verwandelt er in eine isländische Mooslandschaft als Symbol für die kalte und lebensfeindliche Atmosphäre bei Blaubart. Dennoch sieht er seinen Protagonisten nicht als den barbarischen Frauenmörder der ursprünglichen Erzählung.

In der Titelrolle ist Tuomas Pursio zu hören, Katrin Lovelius debütiert als Judith. Gemeinsam mit "Pagliacci" verspricht der Doppelabend große Stimmen und große Gefühle. Die Premiere beginnt um 19 Uhr.