Großes Polizeiaufgebot bei Demonstrationen in Chemnitz

Chemnitz - Vor rund einem Jahr starb der 35-jährige Daniel H. an den Folgen einer Messerstecherei. Sein Tod wurde politisch instrumentalisiert und brachte bundesweite Aufmerksamkeit nach Chemnitz. Diese Ereignisse gaben den Anlass für mehrere Demonstrationen und Versammlungen am Wochenende.

Um gewaltsame Ausschreitungen zu verhindern, waren über 600 Polizisten im Einsatz. Neben Unterstützung aus anderen sächsischen Polizeidienststellen kamen noch Einsatzkräfte aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und vom Bund.

Unter dem Leitgedanken "Herz statt Hetze" fanden rund 100 Menschen am Karl-Marx-Kopf zusammen. Einige 100 Meter weiter kamen etwa 300 Menschen zusammen. Diese versammelten sich am Johannisplatz unter der Devise "Nie wieder". Dazu aufgerufen hatte das "Bündnis Chemnitz Nazifrei". Der Platz war bewusst gewählt. Sie wollten den Pro-Chemnitz-Demonstranten hör- und sichtbar etwas entgegensetzten.

© Sachsen Fernsehen
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Auf der anderen Seite der Straße am DAStietz-Parkplatz versammelten sich die Anhänger von Pro Chemnitz. Dort starteten sie ihren Aufmarsch. Die Demonstranten marschierten Richtung Süden und kehrten aus Richtung Norden über die Bahnhofsstraße wieder zurück. Bei den etwa 450 Personen kam es zu vereinzelten Ausschreitungen. Unter anderem hatte ein 19-Jähriger den Hitlergruß gezeigt und wurde daraufhin direkt festgenommen. Ihn erwartet mit hoher Wahrscheinlichkeit ein beschleunigtes Verfahren, wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Der Gedenkort von Daniel H. war gesperrt. Es sollte verhindert werden, dass der Tatort von Versammlungen instrumentalisiert wird. Einige Menschen versuchten sich, dem zu widersetzten und dort Kerzen aufzustellen. Gegen sie sprach die Polizei einen Platzverweis aus.
Kurz nach 9 Uhr abends fand die Zusammenkunft der Pro Chemnitz Anhänger ein Ende. Die Polizei blieb noch die Nacht über in Chemnitz präsent.