Großkundgebung zum Lehrerstreik in Leipzig

Etwa 27.000 Angestellte des Öffentlichen Dienstes aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen protestierten am Dienstag auf dem Leipziger Augustusplatz. Sie forderten 5,5 Prozent mehr Lohn und eine sichere Altersvorsorge. +++

Tausende Schüler in Sachsen hatten am Mittwoch wieder einmal keinen Unterricht. Grund war aber nicht etwa die Grippewelle, sondern der erneute Warnstreik der Lehrer. Nach der ergebnislosen dritten Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst der Länder haben der sächsische Lehrerverband und die Gewerkschaft GEW ihre Mitglieder dazu aufgerufen die Arbeit niederzulegen. Und die meisten der Streikenden trafen sich am Mittag zur Großkundgebung in Leipzig.
Etwa 27.000 Menschen waren auf den Leipziger Augustusplatz gekommen. Der sächsische Lehrerverband hatte extra Busse bereitgestellt, neben Lehrern aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kamen unter anderem auch Polizisten und Krankenschwestern aus den drei Bundesländern. Und die Teilnehmer zeigten sich sehr viel kämpferischer, als beim Warnstreik vor zwei Wochen.
In den drei bisherigen Verhandlungsrunden gab es kein Einlenken Seitens der Tarifgemeinschaft Deutscher Länder. Jürgen Thamm von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft hat klare Forderungen an die Verantwortlichen. Immer mehr junge Lehrer würden in andere Bundesländer auswandern, um ein Gehalt zu beziehen, welches ihrer Leistung entspricht. Willi Russ, Verhandlungsführer des Beamtenbundes DBB, ist bereit für die nächste Runde im Tarifkampf und warnt die Arbeitgeber schon jetzt vor härteren Konsequenzen.
Am Wochenende wollen sich Arbeitgeber und Gewerkschaften wieder an einen Tisch setzen. Wie die vierte Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst ausgeht und ob womöglich weitere Streiks drohen, erfahren sie am Montag bei uns.