Großrazzia in Annaberg-Buchholz

Während der Streifentätigkeit stellten Polizeibeamte am späten Freitagabend fest, dass in einer ehemaligen Gaststätte an der Alten Poststraße eine Veranstaltung stattfindet.

Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand wird die Lokalität offenbar zeitweise an Dritte vermietet. Die weitere Prüfung vor Ort ergab, dass es sich um eine rechtsextremistische Musikveranstaltung handelte.

Beamte der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge, unterstützt von Einsatzkräften der sächsischen Bereitschaftspolizei, lösten die als Geburtstagsfeier deklarierte Veranstaltung gegen 23.30 Uhr auf. Von insgesamt 87 Personen wurden die Personalien aufgenommen. Nach der anschließenden Durchsuchung wurde allen Personen Platzverweise ausgesprochen, die sie ausnahmslos befolgten. Gegen einen 46-Jährigen lag ein Haftbefehl wegen eines Eigentumsdelikts vor. Der Mann wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Bei der Durchsuchung der Veranstaltungsteilnehmer und der von ihnen genutzten Räumlichkeiten stellten die Beamten mehrere hundert Gegenstände sicher. Dabei handelt es sich um CDs, DVDs und Literatur, aber auch Bekleidungsartikel. Die strafrechtliche Bewertung des sichergestellten Materials wird in den nächsten Tagen durchgeführt. Sichergestellt wurde auch eine Kasse mit mehreren hundert Euro. Bei dem Geld handelt es sich offenbar um Erlöse aus Eintrittsgeldern und dem Verkauf von Propagandamaterial.

Während des Polizeieinsatzes nahmen die Beamten acht Strafanzeigen auf. Dabei handelt es sich um zwei Verstöße gegen das Waffengesetz (Mitführen eines Schlagrings bzw. eines Einhandmessers), jeweils zwei Anzeigen wurden zudem wegen Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und wegen Beleidigung aufgenommen.

Der polizeiliche Einsatz war am Samstagmorgen, gegen 4 Uhr, beendet.