Grünau redet sich die Seele vom Leib

Leipzig – Der „Kirchentag auf dem Weg“ machte am Freitagnachmittag auch in Grünau Halt.

Im Rahmen der Veranstaltung „Demokratie und Zivilgesellschaft“ wurde zu mehreren Stadtteilgesprächen eingeladen. Ein Stadtteilgespräch fand im Grünauer Komm-Haus statt. Mit der Parole „Das schreit zum Himmel – Das blöde Gefühl, dass es ungerecht zugeht“ gingen die Stadtteilbewohner und Referenten in den Dialog.

„Jesus hat sich auch nicht dauernd im Tempel aufgehalten, sondern er ist in die Dörfer gegangen und hat mit den sogenannten ganz einfachen Menschen gesprochen. Ich finde, das ist eine richtig gute Idee. Hier kann man Dinge lernen, die man im Zentrum der Stadt nicht lernen kann“, so Frank Richter, Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche Dresden.

Im Vorfeld der Gesprächsrunde wurden schon einige Grünauerinnen und Grünauer befragt, warum sie finden, dass es in dieser reichen Gesellschaft so ungerecht zugeht.

„Die sagen: Ich arbeite den ganzen Tag und kann trotzdem von dem was ich verdiene meine Familie oder meine Kinder nicht ernähren. Da stimmt zwar, wenn man zur Behörde geht und das Geld holt, am Ende irgendwie die Summe, aber übrig bleibt ein Minderwertigkeitsgefühl. Das tut weh und das ist eine Wunde für die ganze Gesellschaft. Ich sag immer – etwas zugespitzt: Dieser Exportweltmeister Deutschland exportiert im Inneren zwei ganz daneben geratene Produkte, nämlich Kinderarmut und Altersarmut und das Gefühl, dass es nicht gerecht zugeht“, so Frank Richter weiter.

In einer Gesprächsrunde konnten die Grünauerinnen und Grünauer alles loswerden, was ihnen unter den Nägeln brannte. Die Ergebnisse der verschiedenen Stadtteilgespräche werden am Samstag 14.30 Uhr in der Nikolaikirche vorgetragen.