Grüne protestieren gegen geplanten Häuerabriss in der Friedrichstadt

Die bekannt gegebene Absicht der Landeshauptstadt Dresden, die Häuser in der Friedrichstadt abzureißen, stößt auf Kritik bei den GRÜNEN im Stadtrat. +++

Thomas Löser: „Dresden darf die Abrisssünden der DDR nicht wiederholen“

Nach Auffassung von Löser sind die jetzt vom Abriss bedrohten Häuser „eine wichtige städtebauliche Raumkante und das gründerzeitliche Pendant zur Markthalle. Darüber hinaus bilden sie die alte städtische Torsituation für die Vorstadt Friedrichstadt gegenüber der Altstadt mit dem Altstadtring ab.“

Die GRÜNEN fordern von der Stadt ein Moratorium für den geplanten Abriss von drei Monaten. In dieser Zeit sollen alle Möglichkeiten des Erhaltes der Häuser ausgelotet und dabei auch das Modell der Überlassung als Wächterhäuser geprüft werden. „In Leipzig ist das Programm der Wächterhäuser eine Erfolgsgeschichte,“ so Löser. „Dort werden vom Verfall bedrohte Häuser temporär oder auch längerfristig über Nutzungen wieder belebt.“

Für die Friedrichstadt können sich die GRÜNEN vorstellen, diese städtischen Häuser kulturellen Initiativen, Wohnprojekten oder Vereinen zu überlassen. „Fantasie und Dialog sind jetzt gefordert. Hektik ist nicht angebracht.  Die Abrissbirne wäre die Fortsetzung der städtebaulichen Verfehlungen der DDR. Wir brauchen auch eine Änderung des Rahmenplanes für die Friedrichstadt,“ so Löser abschließend.

Hintergrund: In der vergangenen Woche hatte die LHD bekannt gegeben, dass sich Abrissunternehmen bis 5.8 bei der Stadt bewerben können. Bei den Häusern handelt es sich um eine wichtige Gründerzeitbebauung, die den Abrisswahn der DDR 1988 in der Friedrichstadt überstanden hat. 1988 wurden vor allem in der Schäferstraße und angrenzenden Bereichen in der Friedrichstadt unter großen Protesten ganze Straßenzüge wertvoller historischer Substanz abgerissen.  

Quelle zu Leipziger Wächterhaus-Projekt: www.haushalten.org
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