Gute Arbeitslosenquote in Leipzig von Messermord in Neusser Jobcenter überschattet

Eigentlich hätten die Verantwortlichen der Leipziger Agentur für Arbeit und des Jobcenters am Donnerstag Grund zur Freude gehabt. Die Arbeitslosenquote liegt so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Doch der Messermord in einem Neusser Jobcenter wiegt noch schwer. +++

„Das ist natürlich furchtbar. Wir in Leipzig waren alle sehr betroffen, da wir ja wissen, wie das ist. Wir sitzen den Jobsuchenden ja auch jeden Tag gegenüber. Das ist kein schönes Thema.“, so Herrmann Leistner, Pressesprecher der Leipziger Agentur für Arbeit.

Was war passiert. Mittwochvormittag betrat der Langzeitarbeitslose Ahmet S. das Jobcenter Neuss in Nordrhein-Westfalen. Er hatte einen Termin bei der Sachbearbeiterin Irene N., als es auch nicht näher bekannten Gründen zu einem Streit zwischen dem Jobsuchenden und der Mitarbeiterin kam. Ahmet S. zog ein Messer und stach zu. Irene N. wurde so schwer verletzt, dass sie wenig später im Krankenhaus ihren Verletzungen erlag.

Die Tat in Neuss scheint zwar weit weg zu sein, aber auch in Leipzig gibt es Jobcenter. „Wir versuchen immer wieder durch Deeskalationstraining solche Situationen zu verhindern. Eine andere Möglichkeit ist die Sicherheit zu verstärken. In den Einrichtungen in Leipzig haben wir seit 2005 Sicherheitspersonal. Und ich bin überzeugt, dass das auch präventiv wirkt.“, so Leistner abschließend.