Gute Resonanz auf Tag der offenen Tür in Flüchtlingsunterkünften

Dutzende Leipziger verschafften sich am Samstag einen Eindruck von den Flüchtlingsunterkünften in der Riesaer Straße und der Zschortauer Straße. Noch im Dezember sollen dort die ersten Bewohner einziehen. +++

Leipzig wird in diesem Jahr mehr als 1400 Flüchtlinge aufnehmen. Über 430 sollen noch in den nächsten Wochen ankommen. Doch die Unterkünfte sind weiter knapp. Für Montagabend war eigentlich eine Infoveranstaltung zum geplanten Asylbewerberheim in der Johannisgasse 26 geplant. Diese musste ausfallen, weil es zur zukünftigen Nutzung des Gebäudes noch Klärungsbedarf gibt. In der Zschortauer und der Riesaer Straße werden dagegen schon in den nächsten Wochen die ersten Flüchtlinge einziehen. Am Wochenende hatten die Leipziger die Gelegenheit, sich die Unterkünfte vorab einmal anzuschauen.
So richtig fertig sind die Unterkünfte noch nicht. Aber die Zeit drängt. In der ersten Dezemberwoche sollen die ersten neuen Bewohner in der Zschortauer Straße ankommen. Bis dahin müssen zum Beispiel noch die Gemeinschafts-Duschen eingebaut werden. Die einzelnen Zimmer sind bereits bewohnbar, erinnern aber ebenfalls an eine spartansich eingerichtete Jugendherberge.
Klar zahlt die Stadt viel Geld um ihren Aufgaben gerecht zu werden. Allein für die Anmietung der beiden Gebäude in der Zschortauer Straße und der Riesaer Straße werden jährlich knapp eine Million Euro fällig. Doch selbst die kritischsten Anwohner gaben zu, dass sie nicht so wohnen möchten. Immerhin, die Räume bieten teilweise durchaus Platz für Familien, in der Riesaer Straße sind sogar Kinderzimmer möglich.
Schwieriger wird es beim Thema Brandschutz. Beide Gebäude verfügen über Aufzüge, diese dürfen aber laut Brandschutzbestimmungen nicht von den Bewohnern genutzt werden. Außerdem müssen noch Feuertreppen her. Die bald 200 Bewohner in der Zschortauer Straße müssen sich also in den nächsten Wochen noch auf Bauarbeiten einstellen. In der Riesaer Straße dauerts sogar noch länger.

Die Resonanz der Besucher auf den Tag der offenen Tür war groß, die Meisten waren froh über den Blick hinter die Kulissen, auch wenn viele noch immer die Informationspolitik der Stadt kritisieren.

Und: trotz der beiden neuen Unterkünfte fehlen noch Plätze für die Flüchtlinge. Das Gebäude in der Johannisgasse kann voraussichtlich erst im neuen Jahr bezogen werden. Außerdem sollen in 2015 noch Unterkünfte in der Blücherstraße, Stöckelstraße und der Bornaischen Straße dazukommen.