Gute Vorsätze: Konsum überdenken und dabei sparen

Das Durchschnittseinkommen in Deutschland steigt seit Jahren kontinuierlich an. Doch parallel dazu hat zuletzt auch eine echte Preisexplosion stattgefunden. Neben den Auswirkungen, die eine starke Inflation auf den Kredit- und Kapitalanlagenmarkt haben kann, wirkt sie sich doch unmittelbar auf den Geldbeutel jedes Einzelnen aus. Auch im neuen Jahr wird dieser Trend vermutlich anhalten. Da ergibt es Sinn, sich nach Sparmöglichkeiten umzusehen, die sich auch wirklich in der Haushaltskasse bemerkbar machen. Wir haben hier einmal eine Reihe von Tipps gesammelt, die tatsächlich zu echten Ersparnissen führen und dabei nicht nur kurzfristig die Haushaltskasse entlasten, sondern bei einer entsprechenden Umstellung der Gewohnheiten auch langfristig jeden Monat aufs Neue dabei helfen, die Kosten niedrig halten.

Die eigenen Ausgaben immer im Blick behalten

Wer sparen will, sollte vor allen Dingen die eigenen Ausgaben immer im Blick behalten. Dabei ist es als Erstes wichtig, sich einmal einen konkreten Überblick über genau diese Ausgaben zu machen. Am besten funktioniert das mit einem Haushaltsbuch. Hier tragen Sie alle Ausgaben eines Monats ein und haben dann die Möglichkeit, diese Ausgaben nach Kategorien zu unterscheiden und so festzustellen, in welchen Bereichen Sie die größten Ausgaben haben.

Haben Sie die größten Kostenfaktoren so erst einmal identifiziert, können Sie an genau diesen Punkten die Stellschrauben drehen und versuchen, die laufenden Kosten in genau diesen Bereichen etwas zu reduzieren. Insbesondere bei diversen laufenden Verträgen und Versicherungen kann es sich lohnen einmal Kosten und Leistungen zu prüfen, zu vergleichen und gegebenenfalls zu kündigen oder zu wechseln.

Bei den Energiekosten sparen

Die Energiekosten sind in den letzten Monaten stark gestiegen – und ein Ende des Anstiegs ist im Bereich der Fossilen Energiequellen nicht in Sicht. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, auch hier Geld einzusparen. In manchen Fällen müssen Sie dafür erst einmal etwas Geld in die Hand nehmen. Zuweilen lässt sich das aber auch durch einen entsprechenden Modernisierungskredit oder eine Kooperation mit einem Energieversorger lösen.

Zuerst einmal sollten Sie versuchen, über einen Tarifwechsel einen möglichst günstigen Kurs für Ihren Strom und Ihren Gas Tarif zu erhalten. Wenn hier das Ende der Fahnenstange erreicht ist, heißt es, den Verbrauch entsprechend zu optimieren. Im Bereich des Stromverbrauchs geht das beispielsweise mit folgenden Maßnahmen:

  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Geräte wie der Fernseher beispielsweise in der Nacht nicht mehr im Stand-By-Modus verbleiben.
  • Schalten Sie in Räumen, in denen Sie sich nicht aufhalten, das Licht aus.
  • Wenn Sie mit einer mehrköpfigen Familie für den Sommer beispielsweise einen zweiten Kühlschrank haben, prüfen Sie, ob Sie diesen im Winter ebenfalls benötigen. Ansonsten nehmen sie ihn in der Zeit, in der er nicht benötigt wird, vom Strom.
  • Nutzen Sie im Sommer die Wärme der Sonne, um die Wäsche zu trocknen und verzichten Sie so oft wie möglich auf die Nutzung eines Wäschetrockners.

Bei den Kosten für die Wärmeenergie können Sie auf folgende Arten sparen:

  • Sorgen Sie dafür, dass die Regler an Ihren Heizungen durchgehend auf 3 stehen und nicht mal niedriger und mal höhergestellt werden
  • Wenn Sie eine Gasheizung haben, lassen Sie die Therme regelmäßig warten und reinigen
  • Lassen Sie eine ältere Heizung durch eine Neuere Ersetzen – viele Energieversorger bieten hier Leasingmodelle, die unter dem Strich mit Wartungskosten etc. gerechnet günstiger sind als der weitere Betrieb Ihrer alten Therme.
  • Unterstützen Sie Ihre Heizung durch den Einbau von Solarpaneelen für Wärmeenergie.
  • Rüsten Sie, soweit möglich, einen Holzkamin nach.

Sprit sparen, indem Sie kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen

Passend zu den Preisen für Öl und Gas sind auch die Preise für Kraftstoff fürs Auto stark in die Höhe gegangen. Die regelmäßige Nutzung des Fahrrads kann dabei genauso beim Sparen helfen, wie gelegentliche Spaziergänge zum Bäcker oder zum Laden an der Ecke. Lassen Sie einfach das Auto so oft wie möglich stehen. Ihr Geldbeutel, Ihre Fitness und Ihre Gesundheit werden es Ihnen danken.

Bei der Auswahl der Lebensmittel auf Nachhaltigkeit und Kostenreduzierung achten

Gerade Lebensmittel sind im Bereich der täglichen Verbrauchsgüter mit am meisten im Preis gestiegen. Das bietet Ihnen eine gute Möglichkeit, nicht nur auf mehr Sparsamkeit, sondern auch auf mehr Nachhaltigkeit zu setzen. Es gibt eine sehr einfache Möglichkeit, die Kosten für die regelmäßig verwendeten Lebensmittel deutlich zu reduzieren und das, ohne dabei auf Qualität verzichten zu müssen. Eher im Gegenteil.

Setzen Sie einfach in Zukunft vermehrt auf regionale und saisonale Lebensmittel. In der Apfelsaison ist der Apfel aus einem nahegelegenen Anbaugebiet auf dem Wochenmarkt beispielsweise nicht nur frisch und besonders lecker – er ist in der Regel auch deutlich günstiger als die gleiche Menge an Erdbeeren, die dann im Herbst in Deutschland keine Saison haben und daher von irgendwo einen weiten Weg eingeflogen werden müssen. Das bringt einerseits einen ziemlich großen CO₂-Fußabdruck mit sich und hält andererseits nur in den seltensten Fällen eine echte geschmackliche Offenbarung für Sie bereit.

Wenn Sie sich hingegen in der Hauptsache mit Obst und Gemüse aus der Region, das gerade Saison hat eindecken, haben Sie alle Möglichkeiten, ebenso gesund wie sparsam zu kochen – vom besseren Geschmack frisch geernteter Lebensmittel ganz zu schweigen. Um zu wissen, auf welche Gemüse- und Obstsorten Sie daher in welchem Zeitraum setzen sollten, ist es wichtig, sich einmal näher mit den verschiedenen Saisonkalendern aus diesen Bereichen auseinanderzusetzen.

Der große Vorteil dabei: In der Regel haben frische Lebensmittel aus der eigenen Heimat mehr Nährstoffe und Vitamine als solche, die unreif geerntet werden und im Flugzeug oder generell während des Transportes noch nachreifen müssen. Außerdem unterstützen Sie auf diese Art die heimische Landwirtschaft und verringern Ihren eigenen CO₂-Fußabdruck.

Nicht mehr kaufen, als tatsächlich notwendig ist

Wir leben heute in einer absoluten Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Das macht sich nicht nur bei Elektronikgeräten, die schon nach kurzer Zeit überholt sind und von neueren und besseren Geräten verdrängt werden, bemerkbar. Auch bei Lebensmitteln ist das ein echtes Problem. Immerhin – die Zahl der in Deutschland weggeworfenen Lebensmittel im Jahr beträgt im Schnitt rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel, die hierzulande jedes Jahr entsorgt werden. Das bedeutet immerhin Kosten im Jahr von gut 20 Milliarden Euro. Bedenkt man, dass gleichzeitig Millionen Menschen hungern müssen, wird die ganze Absurdität unseres Einkaufsverhaltens erst klar.

Klar sollte aber auch sein, dass wir gerade in diesem Punkt auch eine Menge Einsparpotenzial haben. Dass Lebensmittel weggeworfen haben, hat zumeist den Hintergrund, dass sie schlecht geworden sind, bevor sie verwertet werden konnten. Das kann durchaus verschiedene Hintergründe haben.

Einer der Gründe, die hier allerdings am häufigsten auftauchen, ist einfach der Umstand, dass zu viel eingekauft wurde.

Wer schon beim Einkauf der Lebensmittel darauf achtet, dass er nur so viel kauft, wie wirklich benötigt wird, wird auf die Dauer eine ganze Menge Geld sparen können. Wenn sich dann auch noch die Erkenntnis durchsetzt, dass man auch erst das Essen vom Vortag aufessen kann, bevor man etwas Neues zubereitet, können weitere Müll- und Ausgabeberge vermieden werden.

Fazit: Es gibt eine Menge Einsparpotenzial – man muss es nur sehen

Bei den meisten der oben genannten Einsparmöglichkeiten, müssen weder der Lebensstandard noch das Konsumverhalten an sich leiden. Auch das persönliche Wohlbefinden wird eher noch gestärkt als reduziert. Allein ein gewisser Zeitverlust kann zu Buche schlagen, wenn im Frühjahr, Sommer und Herbst die meisten Strecken innerorts nur noch mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Die dadurch zusätzlich gewonnene Fitness und das positive Körpergefühl gleichen das in aller Regel problemlos wieder aus.