Hallenkunst 2011

Am Wochenende wurde in der Messehalle erstmals Kunst gezeigt – bei der „Hallenkunst 2011“.

Chemnitz ist damit schon zum zweiten Mal Gastgeber der größten „Urban Art“-Ausstellung Deutschlands gewesen. René Thierfelder hat sich ins Getümmel gestürzt.

Streetart – die Kunst von und an der Straße – hat eine lange Entwicklung hinter sich.
Aus dem klassischen, zumeist illegalen Graffiti auf Wänden oder Zügen hat sich eine lebendige Kunstszene entwickelt, die längst Einzug in die großen Galerien gehalten hat. Die junge, urbane Kunst gilt als authentisch, innovativ, provozierend – und tritt in vielen Formen auf. So verbinden die Bilder des Chemnitzers Martin Stiehl Fotographie mit neuen, elektronischen Medien – auch in 3D.

Interview: Martin Stiehl – Chemnitzer Künstler

Klassisches Graffiti ist dagegen auf dem Rückzug – zumindest bei der Hallenkunst 2011. Stattdessen dominieren großflächige Portraits, abstrakte Symbolsprache, ein bunter aus dem Comic entliehener Stil, das Spiel mit Zitaten aus Pop-Kultur und Kunstgeschichte. Vor allem steht der kreative Umgang mit dem Material im Vordergrund. So arbeitet Claudia Walde alias MadC alte Sprühdosen zu Sitzmöbeln um oder gibt den Verschlusskappen der Dosen eine neue Funktion.

Interview: MadC – Streetart-Künstlerin

Von Freitag bis Sonntag strömten rund 4.000 Besucher in die Messe Chemnitz. Das sind deutlich weniger als im vergangenen Jahr in der Chemnitzer Markthalle. Dabei ist die Zahl der ausstellenden Künstler von 32 auf 45 angestiegen, die Ausstellungsfläche auf über 5.000 Quadratmeter angewachsen. Urban Art in einer sterilen Messehalle – ein gewagtes Konzept, dass nach Meinung der Veranstalter trotzdem aufgegangen ist. Dieser Ansicht sind auch die Künstler.

Interview: Martin Stiehl – Chemnitzer Künstler

Interview: MadC – Streetart-Künstlerin

Die Vorzeichen dafür stehen gut. Von Seiten der Messeleitung und der Veranstalter wurde bereits signalisiert, dass die einzigartige „Hallenkunst“ auch im kommenden Jahr wieder in der Messe Chemnitz stattfinden wird – mit neuen Künstlern und neuen Visionen. Denn keine Kunst entwickelt sich so rasant wie Street- oder Urban Art.