Haller-Ausstellung in Dresden eröffnet – Deutsch-israelische Baumeister gewürdigt

Staatsminister Markus Ulbig hat am Montagvormittag im Innenministerium die Ausstellung der Kulturstiftung Leipzig “Willhelm Haller – Ein Leipziger Architekt in Tel Aviv“ eröffnet.

Der 1884 in Gleiwitz geborene Haller hat die ersten beiden Jahrzehnte seines Schaffens in Leipzig verbracht, bevor er nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 nach Palästina emigrierte.

Staatsminister Ulbig: „Es ist wichtig, an einen so bedeutenden Baumeister zu erinnern. Wilhelm Haller hat die Architektur in Deutschland und in seiner neuen Heimat geprägt.“

Sein Hauptwerk, die Feierhalle auf dem neuen jüdischen Friedhof, wurde in dem Pogrom vom 9. November 1938 von den Nationalsozialisten in Brand gesteckt und musste anschließend auf Kosten der jüdischen Gemeinde komplett beseitigt werden.

„Durch diesen traurigen Akt der Kulturbarbarei hat Leipzig einen der schönsten Sakralbauten in seiner jüngeren Architekturgeschichte verloren.“, so Staatsminister Ulbig.

In Deutschland war Haller in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre mit seinen Wohnungs-, Geschäfts- und Industriebauten besonders erfolgreich. In der neuen Heimat trugen seine Wohnbauten im Stil der klassischen Moderne zur Entwicklung der Bauhausstadt Tel Aviv bei. 2003 wurde die „Weiße Stadt“ Tel Aviv zum Weltkulturerbe ernannt. Willhelm Haller starb am 10. Mai 1956 in Jerusalem.

Die Ausstellung ist vom 11. bis zum 29. Oktober in der Wilhelm-Buck-Straße 2 in Dresden und anschließend vom 1. bis zum 30. November 2010 in der Wilhelm-Buck-Straße 4 zu sehen.

Besuchszeiten sind Montag bis Freitag 8 – 20 Uhr, der Eintritt ist frei.