„Hamlet“ im Opernhaus

Chemnitz- Am Sonntagabend um 19 Uhr läuft Hamlet im Opernhaus am Theaterplatz.

Das Drama inspirierte Anfang der 1860er Jahre zwei junge Italiener zu einer grandiosen Oper: Franco Faccio und Arrigo Boito. Beide waren erst Anfang 20, als sie sich der Herausforderung stellten, diesen Klassiker der Schauspielbühne für das musikalische Theater zu erschließen.

Sie schufen einen faszinierenden Operntext voll Sensibilität und poetischer Kraft – doch die Zeit schien bei der Uraufführung 1865 in Genua noch nicht reif zu sein für ein Werk dieser Art. Nach einer zweiten Aufführung 1871 an der Mailänder Scala, bei der der Darsteller des Hamlet aus gesundheitlichen Gründen kaum singen konnte, verschwand es völlig in der Versenkung. Erst 2014 war es erstmalig wieder auf einer Bühne zu sehen – zunächst nur in den USA, zwei Jahre später mit ebenso sensationellem Erfolg in der Inszenierung von Olivier Tambosi bei den Bregenzer Festspielen, die der international gefragte Regisseur nun gemeinsam mit seinem renommierten Ausstatterteam in Chemnitz auf die Bühne bringen wird.

Der Zuschauer taucht dabei ein in die Welt nächtlicher Geistererscheinungen, verräterischen Theaterspiels und tragisch endender Liebe. Die Oper beginnt mitten im Krönungsfest für den neuen König Claudio. Hamlet kann seine dunkle Ahnung, dass Claudio seinen Vater ermordet und sich dessen Krone und Frau zu Eigen gemacht hat, nur schwer ertragen und steigert sich in ein verhängnisvolles Spiel aus Rache, Blut und Tränen hinein. Musikalisch bietet sich von seelenvollem Pathos über tänzerische Zwischenspiele und elegisch-lyrische Passagen bis hin zu großen Chorszenen die ganze Palette italienischer Opernkunst. „In dieser Musik kann bis zur Glückseligkeit baden und schwelgen, wer große Oper liebt“, schwärmte die Presse anlässlich der Premiere in Bregenz.