Handball: HSV 1956 Marienberg – Rödertalbienen 28:19 (13:9)

Die Rödertalbienen verloren im Halbfinale des sächsischen Pokalwettbewerbes beim HSV 1956 Marienberg sang- und klanglos mit 19:28 und schieden damit aus. +++

Hoffen durften die mitgereisten Bienenfans nur bis zum 12:15-Rückstand in der 36. Spielminute. Aber auch schon bis dahin versetzten ihre „Mädels“ sie in ein Wechselbad der Gefühle. Als Marienberg den 1:2-Rückstand nach 13 Spielminuten zur 5:2-Führung umdrehte, sah sich Bienentrainerin Egle Kalinauskaite zu ihrer ersten Auszeit veranlasst. Dennoch dauerte es bis zur 18. Minute, die richtige Abwehrformation zu finden. Da allerdings passte plötzlich alles. Carolin Schenke verwandelte zwei Siebenmeter, Susi Schulz hielt zwei, Egle Alesiunaite vollstreckte im schnellen Gegenzug – und schon schmolz der Rückstand von 3:7 auf 6:7. Als nach der Pause allerdings aus besagtem 12:15 ein 12:18 wurde, war das Spiel entschieden.  Die Abwehr zerfiel mehr und mehr, niemand war groß und schnell genug, um die überragende Marienberger Rückraumspielerin Eva Vostarkova (11 Feldtore) zu stellen, bei mindestens vier Marienberger Toren zuckten weder die Abwehr noch die Torfrau. Das Angriffsspiel der Bienen wirkte kopf- und ideenlos, die Fehlerquote stieg ins Unermessliche, Einzelaktionen machten dem eigentlich gebotenen Kombinationsspiel Platz. Dass die in Pflichtspielen bisher ungeschlagenen Rödertalbienen irgendwann ein Spiel verlieren würden, war klar, wie es aber geschah, überraschte denn doch. 

„Wenn wir schon verlieren, dann richtig …“ schienen sich die Bienen geschworen zu haben, ohne daran zu denken, dass es durchaus peinlich wirkt, wenn sich ein aufstiegsambitionierter Tabellenführer derartig gehen lässt. Woran es lag, blieb unklar. Ob Trainerin Egle Kalinauskaite durch das Fehlen von Nadine Rost und Katrin Sander Alternativen in Abwehr und Angriff fehlten, ob der Trainingsplan während der sächsischen Winterferien letztlich nicht optimal war, ob sich schon so früh in der Rückrunde Verschleißerscheinungen einstellen, ob man Promotiontermine vielleicht nicht auf den Vorabend eines Pokalhalbfinales legen sollte oder ob es einfach die eigenen Gesetze des Pokals waren – die Antwort wird man sicherlich erst im Monat März erhalten. Dann nämlich fallen voraussichtlich die Entscheidungen in der Meisterschaft – z.B. am Monatsanfang im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten HCS Neustadt-Sebnitz und/oder am Monatsende im Auswärtsspiel in Marienberg, wo die Rödertalbienen Gelegenheit haben, ihren guten Ruf wiederherzustellen. „Diese Niederlage im Pokal wirft uns nicht um“, blickte Bienenmanager Thomas Birnstein optimistisch voraus, „für die Meisterschaft ist sie weniger eine Gefahr als vielmehr eine Chance. Wir werden sie nutzen“.  

Rödertalbienen: Susi Schulz, Ann Rammer; Egle Alesiunaite (7), Jurate Kiskyte (7/1), Monika Markeviciute (2), Carolin Schenke (2/2), Kathleen Nepolsky (1), Katharina Rothe, Julia Hellmann, Kristin Löwe, Carolin Haufe.   Schiedsrichter: Zeiske/Zeiske (Werdau), Zuschauer: 200, Zeitstrafen: 10:14 Min., Disqu.: 0:1 (Markeviciute, 43.), Siebenmeter: 6/4:5/3   Spielverlauf: 1:2 (5.), 5:2 (13.), 7:6 (22.), 10:6 (25.), 13:9 – 15:12 (36.), 18:12 (40.), 25:15 (56.), 28:19. (HCR) Internet: www.roedertalbienen.de

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