Handgemachtes Eis: Für „Scholle“ selbstverständlich

Leipzig - Das Eis hat es ihm angetan: Seit neun Jahren hat sich Jürgen Scholz auf die Eisherstellung spezialisiert und ist seit mehr als fünf Jahren Besitzer der „Vanille und Zimt - Scholles Eismanufaktur“ im Leipziger Süden. Hier bedeutet Eisherstellung noch Handarbeit.

Auf dem Programm am Freitagvormittag steht die Herstellung von Zitronen- und Snickerseis. Für zwei Schalen Fruchteis benötigt er etwa dreißig Zitronen. Nicht fehlen darf natürlich auch der Zucker. Er erklärt, dass der Zuckergehalt den Festigkeitsgrad vom Eis bestimmt.

Ein Qualitätsmerkmal sei für ihn auch der Reifeprozess. Milch, Milchpulver und Zucker werden pasteurisiert. Das reift dann über Nacht und wird am nächsten Tag weiter verarbeitet: „Das ist wie mit der Suppe von der Oma, die schmeckt immer erst am nächsten Tag. Genau so ist es beim Eis. Die Grundmasse muss immer reifen und den nächsten Tag wird es dann in Eis verwandelt.“

© Leipzig Fernsehen

Neben Vanille und Zimt bietet Scholle in seinem Laden noch mehr als 100 andere Eissorten an. Eine ausgefallene Kreation ist bei ihm zurzeit Basilikum-Honig-Krokant. Wie kommt er auf solche Ideen? Teilweise bezieht er seine Kreationen aus dem Fernsehen. Aber auch die Kunden, an die er Eis liefert, inspirieren ihn: Dieses Jahr sei das bei Ayran der Fall gewesen, einem salzigen Joghurtgetränk. Das verwandelt er dann zum Beispiel in Ayran-Kirsch oder Ayran-Mango.

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Die passenden Tipps für das richtige Eis hat sich Scholle von Profis in Italien geholt. Er erklärt, woran Verbraucher hochwertiges Eis erkennen können: Schöne sähe zwar das aufgetürmte Bergeeis aus. Allerdings besteht bei diesem die Gefahr, dass das Eis durch die kalte Luft der Kühlung oben austrocknet. Eisfachleute, die auf Qualität achten, streichen ihr Eis daher glatt, erklärt Scholz. Außerdem sagt er, dass man vom Aussehen des Eises darauf schließen könne, ob Früchte oder lediglich Pasten verwendet wurden.

Unterschiede, die vielleicht nicht jedem gleich auffallen. Wichtig ist aber doch, dass es einem schmeckt. Und dabei spielt es auch nicht so eine große Rolle, ob die Sonne scheint oder ob es regnet. Eis geht schließlich immer!

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