Handwerkskammer wirbt um Studienaussteiger

Die Handwerkskammer Dresden kooperiert mit mehreren Hochschulen in Sachsen, um Studienaussteiger für eine Karriere im Handwerk zu interessieren.+++

Dabei werden junge Frauen und Männer, die sich an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden und der Hochschule Zittau/Görlitz exmatrikulieren lassen, auf Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk hingewiesen. „Es handelt sich um gut ausgebildet junge Menschen, die nicht nur eine theoretische Arbeit bevorzugen, sondern auch praktische Intelligenz aufweisen. Genau das wird im Handwerk gebraucht“, sagt Handwerkskammerpräsident Dr. Jörg Dittrich.

Zudem diene die Kooperation mit den Hochschulen auch, um Absolventen von technischen oder betriebswirtschaftlichen Studiengängen als Unternehmensnachfolger für Handwerksbetriebe zu gewinnen. In einem Brief an Bildungsministerin Johanna Wanka begrüßt die Handwerkskammer deren Vorstoß, kritisiert aber die einseitige Ausrichtung der Abiturienten auf das Studium. „Grundsätzlich bedauern wir sehr, dass ein Viertel aller Studienanfänger früher oder später einen Misserfolg verzeichnen müssen, bevor sie in eine berufliche Ausbildung geführt werden. Aus unserer Sicht sind diese jungen Menschen nicht primär Abbrecher, sondern in der Vorbereitung des Schulabschlusses fehlorientierte bzw. fehlberatene Abiturienten. Es gibt, wie wir sehen, auch unter den Gymnasiasten eine Reihe von Schülern, die sich eher durch eine praktische Intelligenz auszeichnen“, so Handwerkskammerpräsident Jörg Dittrich.

Die Handwerkskammer regt eine kombinierte Berufs- und Studienberatung in Gymnasien an und fordert, die bundesweite Initiative zur Berufsorientierung, an der auch die Handwerkskammer teilnimmt, ebenfalls auf Gymnasien auszudehnen – zurzeit dürfen daran nur Mittelschulen teilnehmen. Im vergangenen Jahr hat die Handwerkskammer Dresden rund 20 Studienaussteiger an Handwerksbetriebe vermittelt. „Im Kammerbezirk Dresden sind zurzeit mehr als 400 Ausbildungsplätze für das nächste Schuljahr gemeldet. Das zeigt, dass die Studienaussteiger nur ein Bruchteil des Fachkräftebedarfs abdecken können. Aber es ist beiden Seiten geholfen – die Betriebe bekommen gut ausgebildeten Nachwuchs und die jungen Frauen und Männer bekommen eine Basis für ihre künftige Karriere“, so Dittrich.

Quelle: Handwerkskammer Dresden