Handwerkskammer zu Leipzig: „Ausbildungsabbruch vermeiden“

Im vergangenen Jahr hat jeder siebente Lehrling seine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb des Direktionsbezirkes Leipzig bereits im ersten Lehrjahr abgebrochen, davon mehr als jeder dritte bereits in der Probezeit.

Die Entscheidung für eine Berufsausbildung prägt den ganzen Lebensweg. Nicht einfach für Schüler mit wenig Kenntnissen über die vielen Möglichkeiten und selten Erfahrungen im Betriebsalltag. Auch für die Unternehmen ist dies zunehmend ein Problem. Handwerksbetrieben fehlen schon jetzt die geeigneten Bewerber. Allein in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer zu Leipzig werden 101 freie Ausbildungsplätze in 40 Berufen (Stand 19.7.) angeboten.

Über alle Ausbildungsjahre hinweg, betrug die Abbrecherquote 10,6 Prozent.

„Deshalb kommt der frühzeitigen Berufsorientierung eine wichtige Funktion zu. Wer viel über den zukünftigen Beruf und die damit verbundenen Anforderungen weiß, wer schon mal „Betriebsluft“ geschnuppert und ein Ziel vor Augen hat, lernt nicht nur motivierter in der Schule, sondern wird seine Ausbildung nicht leichtfertig abbrechen“, erläutert Sigrid Zimmermann, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer zu Leipzig.

Ein Beispiel für die Zusammenarbeit von Handwerk und Schule sind die Berufsorientierungskurse im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer zu Leipzig. Hier absolvieren Schüler der 8. – 10. Klasse aus mehr als 30 Schulen zweiwöchige Berufsorientierungskurse. Sie erhalten Einblick in verschiedene Berufsfelder und arbeiten in den Lehrwerkstätten praktisch unter Anleitung der Ausbilder.

Darüber hinaus werden ein Bewerbungstraining und ein Eignungstest angeboten. Zum Abschluss erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat, in dem seine besonderen Stärken dokumentiert sind.  Das Zertifikat ist auch für die ausbildenden Betriebe eine gute Orientierung bei der Bewerberauswahl.