Happy End für Pinguinwaisen

Dresden - Die zwei teilweise mit der Hand aufgezogenen Jungvögel bei den Humboldtpinguinen im Dresdner Zoo entwickeln sich gut. Seit einer Woche sind sie nun erstmals in ihrem natürlichen Element im Innenstall der Pinguinanlage für Besucher zu sehen. Läuft alles weiter reibungslos, können die beiden Weibchen in zwei bis drei Wochen zur restlichen Gruppe dazustoßen.

Doch so harmonisch wie jetzt ist das kurze Leben der zwei Jungvögel nicht immer verlaufen. Im Mai kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den brütenden Pinguinpaaren, zwei Elterntiere und zwei Küken starben. Bei einem Pinguinpaar hatte die Befruchtung des Eies nicht geklappt. Nachdem Tierpfleger das Ei entfernten, okkupierten die beiden die Bruthöhle eines anderen Paares mit zwei Küken. Diese wurden dabei angegriffen und getötet. Einige Tage später griffen sie auch die Eltern des dritten Brutpaares an, sie starben kurz danach vermutlich durch Stress. Die Jungvögel konnten die Pfleger aber diesmal retten und zogen sie mit der Hand auf.

Die Mitarbeiter des Dresdner Zoos haben so ein aggressives Verhalten in ihrer langen Pinguinzucht noch nicht beobachtet, in freier Natur könne es aber zu solchen Übergiffen kommen. so Kurator Matthias Hendel. In Zukunft wollen die Tierpfleger auch offensichtlich unbefruchtete Eier länger in den Nestern liegen lassen oder durch Kunsteier ersetzen. So können die Tiere ihr Brutverhalten zunächst weiter ausleben bis andere Paare Brut und Aufzucht beendet haben und nicht mehr gefährdet sind.