Harte Schäden für sächsisches Gastgewerbe durch Corona

Dresden - Das Coronavirus wirkt sich seit kurzem nicht nur auf Flugreisen und Großveranstaltungen aus, sondern ist in der unmittelbaren Wirtschaft angekommen. Die Hotellerie spürt schon jetzt Konsequenzen.

Thomas Gaier, Direktor vom Schlosshotel Eckberg und Vorsitzender der Hotelallianz Dresden sagt, die Situation drehe sich langsam "ins Dramatische". Die Nachfrage nach Zimmern sei so gut wie eingebrochen und es würden viele Veranstaltungen abgesagt, erklärt er. Bisher wären aber nur Veranstaltungen mit Internationalen Gästen abgesagt.

Regionale Events mit Gästen aus Dresden und dem Umland seien aktuell noch nicht betroffen und werden nach aktuellem Stand durchgeführt, so Gaier. Internationale Events und Tagungen seien jedoch noch in der Schwebe oder bereits abgesagt. Um die Lage der Hoteliers einschätzen zu können, hat der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga eine Blitzumfrage bei ihren Partnern gestartet - mit einem erschreckenden Ergebnis.

Im Schnitt seien die Ausfälle bei 34%, so der Hauptgeschäftsführer der Dehoga Sachsen e.V., Axel Klein. Sogar 91% der Unternehmen gaben an, betroffen zu sein. Die Befragten rechnen auch schon für die Hauptsaison im Sommer mit Einbußen von über 30%, so Axel Klein. Diese entstehen nicht nur durch Touristen, der Urlaub machen möchten, sondern auch Business-Kunden, die an Großveranstaltungen wie der Leipziger Buchmesse teilnehmen wollten. Unternehmen halten sich wegen des Coronavirus an verstärkte Hygienevorschriften, doch das ist eines der kleineren Herausforderungen, da diese das ganze Jahr über gelten, erklärt der Hauptgeschäftsführer. Es würden überall strenge Hygienevorschriften gelten, wo mit Essen umgegangen wird, zudem gäbe es regelmäßige Kontrollen. Daher sei die Situation - bis auf mehr Gründlichkeit beim Desinfizieren und Reinigen - nicht viel anders als sonst.

Auch, wenn der Individualtourismus wieder angekurbelt wird, scheinen Umsatzeinbußen und damit Maßnahmen unumgänglich. Unternehmen müssen teilweise Kurzarbeit anordnen, sowie mit ihrer Bank über zukünftige Liquidität sprechen, sagt Axel Klein. Eine weitere Möglichkeit sei die Anpassung der Mehrwertsteuer auf 7%, um Gäste mit Preissenkungen zu locken, Verluste zu minimieren, so Thomas Gaier. Zudem schaffe man endlich Steuergerechtigkeit, da das europäische Ausland, sowie jegliches Essen zum Mitnehmen von Fastfood-Läden auch nur mit 7% besteuert ist. Weniger Umsatz bedeutet natürlich auch Auswirkungen auf den Finanzhaushalt des Freistaates. 

Der Sächsische Finanzminister Hartmut Vorjohann sagt, man hoffe weiterhin auf ein Wirtschaftswachstum, welches wahrscheinlich schwächer sein wird als erwartet, vielleicht sogar stagniert.

Fest steht, breitet sich das Virus weiter aus und bleiben die Buchungen weg, brauch das Gastgewerbe Unterstützung. Wie geht es weiter, wenn die Gäste wegbleiben? Thomas Gaier hofft darauf, dass bald die Spitze der Infektionen erreicht ist, damit sich die Lage wieder beruhigt. Er denkt, dass Veranstaltungen nachgeholt werden und dass dann wieder das reguläre Geschäft stattfinden kann. Ansonsten wisse er auch nicht, wie er in Zukunft mit diesen starken Einbußen umgehen soll.

Hotels und Restaurants stehen jedenfalls nicht alleine vor finanziellen Herausforderungen. Welche Maßnahmen Bund und Freistaat ergreifen, wird sich zeigen.