Hat Chemnitz genug Hausärzte?

Wann bin ich endlich dran?

Das fragen sich viele Chemnitzer, wenn sie im Wartezimmer ihres Hausarztes sitzen. Da kommt schon mal die Frage auf: Gibt es in unserer Stadt genug Ärzte?

Nach Ansicht des Gesundheitsministerium in Dresden: Ja. Doch wie lange noch?

Ein Wartezimmer einer Allgemeinmedizinerin in Chemnitz. Es ist Mittagszeit, eigentlich wäre hier schon geschlossen, doch die Patienten warten weiter. Ein Aushang weißt auf mögliche längere Wartezeiten hin. In Chemnitzer Arztpraxen sind sie leider die Regel, statt die Ausnahme. Rund 170 Hausärzte gibt es in unserer Stadt. Nach den Planzahlen des sächsischen Gesundheitsministeriums liegt das sogar leicht über Bedarf.

Interview: Eva-Maria Viehweger – Fachärztin für Allgemeinmedizin

Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Offenbar werden in der Stadt Allgemeinmediziner dringend gesucht.

Eva-Maria Viehweger – Fachärztin für Allgemeinmedizin

Die Ministerin Clauß, hier Archivaufnahmen, hat mit ihren Vorschlägen für das neue bundesdeutsche Versorgungsgesetz vor allem die unterversorgte ländliche Region im Blick. Dort gibt es zu wenige Hausärzte.

Interview: Eva-Maria Viehweger Fachärztin für Allgemeinmedizin

Anreize zur Niederlassung auf dem Land wie Sonderzahlungen scheinen nicht zu fruchten, deshalb werden jetzt Änderungen im Zulassungsrecht vorgeschlagen. So sollen zum Beispiel aus Altersgründen aufgegebene Praxen in Städten nicht mehr an Nachfolger übergeben werden. Neuzulassungen sollen nur dann zulässig sein, wenn der Arzt sich verpflichtet teilweise in unterversorgten Gebieten zu arbeiten.

Interview: Eva-Maria Viehweger Fachärztin für Allgemeinmedizin

Hausärzte sind also überall Mangelware. Abhilfe schaffen könnte nach Ansicht von Experten nur eins:
Verstärkte Ausbildung von Allgemeinmedizinern an den sächsischen Universitäten.