Hat Profifußball Zukunft in Chemnitz?

Am Mittwoch entscheidet der Chemnitzer Stadtrat über die vertraglichen Regelungen für das Projekt „Neues Stadion für Chemnitz“.

Der Chemnitzer Stadtrat hat am 09.11.2011 in einem Grundsatzbeschluss den Komplettumbau des Stadion an der Gellertstraße in einem Gesamtvolumen in Höhe von maximal 25 Mio. Euro mit einer deutlichen Mehrheit von 33 Ja-Stimmen bei 21 Nein-Stimmen beschlossen.

In den vergangenen Monaten wurden auf Basis dieses Grundsatzbeschlusses in weiterführenden Beratungen der Stadt Chemnitz, der GGG sowie dem Chemnitzer FC die vertraglichen Regelungen zum Komplettumbau des Stadions an der Gellertstraße erarbeitet. Diese liegen dem Chemnitzer Stadtrat in der Stadtratssitzung am 18.07.2012 zur Beschlussfassung vor.

Des Weiteren wurde zwischenzeitlich durch die GGG die Masterplanung an das renommierte Architekturbüro Albert Speer & Partner GmbH beauftragt, welche kurz vor dem Abschluss steht.

Die vertraglichen Regelungen zum Komplettumbau des Stadions an der Gellertstraße sehen u.a. folgende Eckpunkte vor:

– Der Erbbaurechtsvertrag zwischen der Stadt Chemnitz und dem Chemnitzer FC für das Stadion an der Gellertstraße wird aufgelöst.
Die sich aus dem Heimfall ergebenden wirtschaftlichen Konsequenzen sind zwischen der Stadt Chemnitz und dem Chemnitzer FC geregelt worden und werden daher keine Lasten für den Haushalt der Stadt Chemnitz zur Folge haben.

– Die Stadt Chemnitz besichert und refinanziert die Finanzierung des Bauvorhabens bis zu einer Höhe von maximal 25 Mio. Euro zu derzeit günstigen Kreditkonditionen für Kommunalkredite.

– Der Chemnitzer FC zahlt an die Stadt Chemnitz eine jährliche, spielklassenabhängige Pacht:
3. Liga: mindestens 180 TEUR, bis zu max. 2,5 Prozent vom Umsatz
2. Bundesliga: mindestens 250 TEUR, bis zu max. 2,0 Prozent vom Umsatz
Bundesliga: mindestens 500 TEUR, bis zu max. 1,5 Prozent vom Umsatz

– Der Chemnitzer FC übernimmt darüber hinaus die kompletten Betreiberkosten für das Stadion an der Gellertstraße. Nach derzeitigen Planungen in folgender, jährlicher Höhe:
3. Liga: 685 TEUR
2. Bundesliga: 760 TEUR

Daraus ergibt sich zusammengefasst folgende Sachlage:

1. Die sich aus dem Heimfall des Erbbaurechts ergebenden wirtschaftlichen Konsequenzen werden keine Lasten für den Haushalt der Stadt Chemnitz zur Folge haben.

2. Der Chemnitzer FC zahlt ab Fertigstellung des neuen Stadions an die Stadt Chemnitz eine jährliche, umsatzabhängige Pacht von mindestens 180 TEUR in der 3. Liga, 250 TEUR in der 2. Bundesliga sowie 500 TEUR in der Bundesliga.

3. Der Verein übernimmt die kompletten Betreiberkosten für den Betrieb des Stadions von jährlich rund 700 TEUR.

Der Verein beteiligt sich von Anbeginn an und dynamisch an den Gesamtkosten des Stadionprojektes. Mit der bereits ab der 3. Liga fest gesetzten Beteiligung an Zins und Tilgung durch die Zahlung einer Pacht sowie der kompletten Übernahme der Betreiberkosten hat sich der Verein bis an die absolute Schmerzgrenze des wirtschaftlich Vertretbaren, auch in Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit in den jeweiligen Ligen, begeben.

Das Vertragskonzept spiegelt das gemeinsame Interesse von Stadt und Verein zu einer ausgewogenen und transparenten Gestaltung des Stadionprojektes wieder, von dem alle Seiten profitieren. Die Stadt, die Chemnitzer Bürger und der Verein unter anderem von einer modernen Sportstätte, die weit über die Stadtgrenzen hinaus ausstrahlen wird, bis hin zu steigenden fiskalischen Effekten.
Über 22.000 Befürworter aus Chemnitz und weit darüber hinaus haben bereits im Herbst 2011 mit einer einmaligen Unterschriftenaktion verdeutlicht, dass sie gemeinsam hinter dem Stadionprojekt stehen. Des Weiteren hatten sich 111 namhafte Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport als repräsentative Befürworter für den Stadionneubau stark gemacht. Hinzu kommen nun viele weitere Anhänger, die der CFC durch seine beeindruckende Rückrunde der letzten Saison zusätzlich gewinnen konnte.

Es geht am Mittwoch demzufolge erneut um die Frage, ob der Profifußball und damit verbunden auch die Existenz des Nachwuchs-Leistungszentrums in Chemnitz eine Zukunft hat. Diese und keine kleinere Frage steht mit dem weiteren Votum für die Errichtung einer modernen Spielstätte in Chemnitz auf dem Spiel.
Denn auch in der bevorstehenden Saison tragen die Himmelblauen nur mit einer Sondergenehmigung des Deutschen Fußball-Bundes ihre Heimspiele im Stadion an der Gellertstraße aus. Anzumerken ist, dass diese Sonderregelung bereits um ein Jahr verlängert wurde. Eine erneute Verlängerung dieser Ausnahmegenehmigung durch den DFB scheint ungewiss.

Der Chemnitzer FC ist fest von einer positiven Abstimmung im Chemnitzer Stadtrat überzeugt. Eine Bestätigung des vorliegenden Vertragswerkes wäre aus Sicht des CFC die einzig logische Fortführung, der bereits im Herbst 2011 getroffenen Grundsatzentscheidung der Chemnitzer Stadträte für das Neue Stadion in Chemnitz.

Quelle: Chemnitzer FC