„Hau den Lucas“ #10 – im Farbkugelhagel

Dresden - Paintball, ein Freizeitvertreib für Hobbysoldaten und Jungesellenabschiede? Irgendwas zwischen Spaß und Schmerz? Weit gefehlt, wie die Paintball Divison Dresden zeigt. Der Sport wächst - immer mehr Menschen schießen mit bunten Gelatinekugeln aufeinander. Doch was macht die Faszination Paintball aus? Warum schießen Menschen aufeinander und nehmen blaue Flecken in Kauf? Diesen Fragen ist Lucas Böhme auf den Grund gegangen.

DAS TRAINING

"Hobby oder Sport? Spannende Frage!" meinte Lucas Böhme vor dem Dreh. Das Gelände der Paintball Division liegt etwas versteckt, aber dennoch im "Herzen" der Stadt, auf der Scharfenberg Straße 151 in Dresden-Mickten. Direkt am Eingang des futuristischen Geländes wurde unser Team von Sebastian Kauffeld empfangen. Das Paintball eben nicht nur "sinnbefreites Rumgeballer" in freier Natur ist, offenbarte der selbst spielende Inhaber bereits direkt zu Beginn.

© Sachsen Fernsehen

Schutzmaske, Handschuhe, Trainingshose, Knieprotektoren sowie eine ausführliche Spieleinweisung - und all das, bevor überhaupt an den ersten Kontakt mit der Waffe, dem sogenannten Markierer, zu denken war. Safety first wird bei der Paintball Divison groß geschrieben. Nachdem alle sicherheitsrelevanten Spielregeln verinnerlicht waren, hieß es dann ,,anlegen".

Mit Markierer im Anschlag ging es gemeinsam mit Coach Sebastian aufs Trainingsfeld - bis zum Ende der Sicherheitsabsperrung natürlich mit "Schutzsocke" über dem Markierer.

"Trotz all der Sicherheitsmaßnahmen ist Paintball nicht ungefährlich. Schließlich verlassen die bunten Gelatinekugel den Mündungslauf mit bis zu 230 km/h", verrät Sebastian. Ihm persönlich ist es wichtig zu betonen, dass Paintball ein Sport ist. Es kommt sehr stark auf mentale Stärke, Reaktionsgeschwindigkeit, körperliche Fitness und Teamfähigkeit an, wenn man professionell spielen will.

"Wenn man sich Paintball als Kuchen vorstellt, dann haben wir vielleicht ein Viertel, die Paintball tatsächlich als Tuniersport ausüben. Dann haben wir ungefähr die Hälfte, die mit ihren Kumpels, zu ihrem Jungesellenabschied oder mit den Mädels aus dem Büro einfach mal spielen wollen. Das ganze einfach mal erleben und ein bisschen Spaß haben dabei. Das letzte Viertel hat dann seine eigene Ausrüstung, spielt aber nur ein bis zweimal im Monat. Das sind dann die klassischen Freizeitspieler."

Natürlich ist Paintball auf Amateurebene vor allem auch ein großer Adrenalinkick. Jeder, der einmal selbst gespielt hat,

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wird dieses Gefühl kennen. "Klar taten die Treffer weh. Es war jetzt aber nicht so, dass ich Rachegelüste gegenüber meinem Kontrahenten entwickelt habe. Vielmehr habe ich mich über mich selber geärgert. Ich hätte mich einfach besser und sicherer

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bewegen müssen", bilanziert unser Reporter nach den ersten Spielen. Trainiert wird vor allem Stellungsspiel, Taktik und letztendlich auch "team speak".

"Das entscheidet die meisten Spiele. Die individuelle Klasse, die besonnene Art des Schießens ist natürlich das Eine. Die Fähigkeit, sich durch das Gelände zu bewegen, das Andere. Aber am wichtigsten ist die Kommunikation mit den Mitspielern. Die geheimen Nachrichten über die Positionen der Gegenspieler auf dem Feld, die wir uns im Spiel zurufen, das ist Paintball!", erklärt Sebastian.

DIE AUFGABE

Zur Jubiläumsfolge ne richtige Hammeraufgabe - so oder so ähnlich muss Kollege Jonathan Wosch wohl gedacht haben. Oder vielleicht doch nur: was Wilhelm Tell kann, das müssten die Jungs der Paintball Division doch auch können, oder? Aber Lucas verdient Saures. Deshalb wurde der Apfel durch eine Zitrone ersetzt.

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Die Aufgabe in der aktuellen Folge lautet:

"Ein Vereinsmitglied bekommt die Augen verbunden. Du balancierst die Zitrone auf dem Kopf. Dann stellt ihr euch 10m auseinander. Du musst das Vereinsmitglied dann so anleiten, dass er dir die Zitrone nach spätestens drei Versuchen vom Kopf geschossen hat. Ich wünsche dir ein saures Vergnügen!"

Gesagt, getan. Unser Reporter wurde zu seiner eigenen Sicherheit mit zusätzlichen Protektoren ausgestattet. Vor allem der Bereich um den Hals wurde zusätzlich geschützt. Um einen reibungslosen Ablauf des Experiments zu gewährleisten, wurden vorab "Probeschüsse" vollzogen. Hindernisse wurden auf ähnlicher Höhe positioniert, dann zuerst sehend und anschließen mit verbundenen Augen beschossen.

Wie diese waghalsige Jubiläums-Aufgabe ausgegangen ist, das sehen Sie im Video.

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DER VEREIN

Die Paintball Division Dresden gibt es erst seit dem vergangenen Sommer hier in der sächsischen Landeshauptstadt. Die Planungen am Gelände, der Kontakt mit den zuständigen Behörden und die Suche nach Sponsoren begann aber schon zwei Jahre zuvor. Wichtig ist laut Gesetz vor allem, dass kein "Paint" das Areal verlassen kann, Spieler mindestens 18 Jahre alt sind und die Mündungsenergie der Paint 7,5 Joule nicht überschreiten darf.

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Nach dem vierstündigen Trainer fasste ein sichtlich abgekämpfter Lucas seine Eindrücke so zusammen: "Das Paintball mehr als nur Jux ist, haben mir die Jungs hier deutlich gezeigt. Klar ist da auch ne Menge Spaß dabei, irgendwie auch Schmerz. Aber für mich ist Paintball definitiv Sport- wenn man es ernst verfolgt."

Die Paintball Division umfasst aktuell 62 aktive Spieler. Trainiert wird immer Freitags zwischen 17-21 Uhr. Das Areal auf der Scharfenbergstraße 151 umfasst vier Themenfeldern mit über 16.000 Quadratmeter Fläche. Besondere vorfreudig blicken die Jungs und Mädels um Sebastian Kauffeld auf den 03./04. November. Am ersten Novemberwochenende versammelt sich die Elite der Paintballer in Dresden und spielt den Sachsenpokalsieger aus.

Weitere Informationen zum Verein, der Liga und dem Sport allgemein finden Sie unter https://paintball-division.de/. Interessierte sind jederzeit gern gesehen und Willkommen bei der Paintball Division Dresden.

Soll Lucas auch Ihren Verein besuchen? Melden Sie sich unter haudenlucas@dresden-fernsehen.de!