HC Leipzig deklassiert Nürnberg

Der HC Leipzig geht als Spitzenreiter der Handball-Bundesliga in die sechswöchige EM-Pause.

Dank einer überragenden Leistung von Nationaltorhüterin Katja Schülke deklassierte der DHB-Pokalsieger am Mittwoch im Schlager des 10. Spieltages den schwachen deutschen Meister 1. FC Nürnberg mit 34:23 (17:5). Durch den siebten Saisonsieg lösten die Leipzigerinnen Bayer Leverkusen als Tabellenführer ab. Vor 2964 Zuschauern in der Arena von Leipzig warfen Karolina Kudlacz (9) für den Gastgeber sowie Kerstin Wohlbold (7) und Kathrin Engel (6/5) für Nürnberg die meisten Tore.

Von Anfang an hatten die Nürnbergerinnen in der Arena Leipzig nicht zu ihrem Spiel gefunden. Schnell lagen sie nach Treffern von Anne Ulbricht und Karolina Kudlacz mit 0:2 zurück. Nach einem kurzzeitigen – und letztmaligen – Ausgleich zum 2:2, Ania Rösler und Kerstin Wohlbold hatten getroffen, kippte die Partie zu Gunsten der Leipzigerinnen. Die Gastgeberinnen beherrschten vor fast 3.000 Fans die Partie nun nach Belieben, sechs Treffer in Folge sorgten für ein schnelles 8:2, zehn Minuten waren erst gespielt, dennoch sah sich Csaba Szücs gezwungen die Notbremse in Form einer Auszeit zu ziehen.

Es lief einfach nichts zusammen beim Deutschen Meister. „Köpfe, Beine und Hände waren wie gelähmt“, suchte Csaba Szücs, Trainer der Nürnbergerinnen, nach einer Erklärung für etwas, dass man noch immer nicht erklären kann. Leipzig präsentierte sich bestens vorbereitet auf den Nürnberger Positionsangriff und ließ dort kaum Chancen zu. Kam doch mal eine Fränkin zum Wurf war stets eine glänzend aufgelegte Katja Schülke im sächsischen Tor auf dem Posten. Alles im Normalfall kein Problem. Schließlich ist die wahre Stärke der Club-Mädels ja das Tempospiel. Doch auch dies kam nicht zum Tragen, Leipzig wusste die schärfste Waffe der Gäste aus dem Spiel zu nehmen. Trotz einer kämpferisch überzeugenden Leistung der Gäste, Leipzig dominierte das Spiel.

Als die Gäste etwas besser ins Spiel fanden, auch weil die Leipzigerinnen mit der sicheren Führung im Rücken in der Deckung nicht mehr die letzte Konsequent zeigten, geriet die Führung der Hausherrinnen dennoch nie in Gefahr, auf jeden Nürnberger Treffer hatte Leipzig die passende Antwort parat. Vor allem Karolina Kudlacz düpierte dabei die Nürnberger Deckung ein ums andere Mal. Für den Pausenstand von 17:9 sorgte dann aber Renate Urne. Und zu Beginn des zweiten Abschnitts wuchs die Distanz dann schnell erstmals auf zehn Tore an, Ulrike Stange hatte das 21:11 erzielt und Sara Holmgren legte sogar das 22:11 nach. Angesichts des Rückstands von elf Toren sah sich Gästecoach Szücs auch im zweiten Abschnitt bereits nach zehn Minuten dazu gezwungen seine Auszeit zu nehmen.

Schon jetzt war klar, dass den Leipzigerinnen eine eindrucksvolle Rehabilitation für die in der Vorwoche in Buxtehude erlittene Niederlage gelingen würde. Lediglich Beate Scheffknecht und in den Schlußminuten dann auch Kerstin Wohlbold setzten in der Offensive des 1. FC Nürnberg noch Impulse, auf der Gegenseite überzeugte Leipzig mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Gleich acht Spielerinnen erzielten zwei oder mehr Treffer und nach Urnes 34:22 stand fest, dass die Gastgeberinnen einen zweistelligen Sieg feiern würden, daran änderte auch der finale Treffer von Christina Rohde zum 34:23-Endstand nichts mehr.

„Wir haben es vermasselt“, wollte Szücs dann nach dem Spiel auch nichts beschönigen. „Es hat nichts geklappt. Absolut nichts.“ Für die nächsten Tage gibt Szücs unterdessen vor: „Abhaken und daraus lernen.“ Nach der EM-Pause will sich der FCN in verbesserter Form präsentieren. „Froh“ war Csaba Szücs nur über eines: „dass uns das gegen Leipzig passiert ist und nicht gegen Dortmund.“ So ärgerte sich Szücs zwar sehr wohl über die verlorene Partie, allerdings könne man ja schließlich gegen Leipzig auch an einem guten Tag verlieren. An einem ganz, ganz schlechten nun eben auch einmal mit elf Toren Differenz.