HC Elbflorenz kapituliert im Sachsenderby!

Dresden - Der HC Elbflorenz hat in der 2. Handball-Bundesliga eine empfindliche Heimpleite gegen den EHV Aue einstecken müssen (21:29 [7:10]).  Mit der Niederlage im Sachsenderby endete die Siegesserie des HCE abrupt.

Was lange wärt, sollte an diesem Mittwochabend endlich gut werden. Im dritten Anlauf konnte der HC Elbflorenz endlich den EHV Aue zum Sachsenderby in der BallsportARENA Dresden empfangen. Die Vorzeichen für ein packendes Spiel waren gut: Beide Teams hatten zuletzt drei mal in Folge gewinnen können strotzten vor dem Anpfiff vor Selbstbewusstsein. Auf gegnerischer Seite kamen mit den langjährigen HCE-Spielern Gabriel de Santis und Adrian Kammlodt zudem zwei alte Bekannte zurück nach Dresden. Von Anpfiff weg entwickelte sich eine äußerst körperbetonte Partie, viele Zeitstrafen und gelbe Karten waren die Folge. Der HCE zeigte sich von der Härte des Gegners verunsichert, vor dem Tor fehlte die zuletzt so eindrucksvoll demonstrierte Kaltschnäuzigkeit. Ein ums andere Mal scheiterten die Tiger zudem auch am bärenstarken Aue-Keeper. In der Abwehr blieb der HC Elbflorenz aber zunächst stabil. In der Folge entwickelte sich eine äußerst torarme Partie, in der die Gäste aus Aue langsam ein wenig davon ziehen konnten. Dies lag nicht zuletzt an einer katastrophalen Wurfquote des HCE und der Tatsache, dass Spielgestalter Sebastian Gress in einer Manndeckung quasi aus dem Spiel genommen wurde. Die zweite Angriffswelle aus dem Rückraum funktionierte jedoch genauso wenig. Trotz einer teilweise horrender Abschlussschwäche der Gastgeber blieb das Spiel vergleichsweise eng. Mit gerade einmal 7 eigenen erzielten Toren aber nur 3 Toren Rückstand ging es schließlich in die Pause. Nach der Halbzeit zeigte der HCE zunächst ein anderes Gesicht, wirkte wacher und konzentrierter. Als sich die Tiger nach gut 5 Minuten bis auf ein Tor herangekämpft hatte, schienen die Zeichen auf Wende zu stehen. Doch an diesem Abend ging dem HCE in den entscheidenden Phasen so ziemlich nichts leicht von der Hand. Ob mehrmals vom 7-Meter-Punkt oder mit Fehlversuchen aus bester Schussposition: Der sonst so fein geölte Angriffsmotor des HC Elbflorenz erlitt in diesem Spiel einen Totalschaden. Ohne die in dieser Phase des Spiels besonders schmerzhaft vermisste Unterstützung von über 2000 Zuschauern nahm das Schicksal nun seinen Lauf: In der Abwehr sanken nun auch zusehends die Köpfe, ein Comeback sollte es an diesem Abend nicht mehr geben. Auf der anderen Seite wuchsen die beiden Ex-Dresdner über sich hinaus und trafen beinahe nach Belieben. Am Ende steht somit eine deutliche 21:29 Heimpleite im Prestigederby gegen den EHV Aue, die bei allen Beteiligten auch noch lange nach Schlusspfiff für reichlich Gesprächsbedarf sorgte. Wundenlecken ist angesagt beim HC Elbflorenz. Zumindest ein bisschen Balsam für die HCE-Seele gibt es noch vom nach wie vor tief in Dresden verwurzelten Gabriel de Santis. Durststiller als Derbyfrustkiller. Viel Zeit bleibt nicht für die Aufarbeitung. Bereits nach dem nächsten Heimspiel gegen die TuS aus Lübbecke geht es in gut einem Monat schon zum Rückspiel nach Aue, wo die Scharte ausgewetzt werden kann. Auch wenn der Schmerz tief sitzt. Der HC Elbflorenz spielt bislang seine beste Zweitligasaison. Es gibt als Grund zur Hoffnung, dass der Ball schon im nächsten Heimspiel wieder ein Freund des HCE wird.