HCL erobert Tabellenführung zurück

Die Handballerinnen des HC Leipzig haben in der Bundesliga wieder die Tabellenführung übernommen.

Die Mannschaft von Trainer Heine Jensen setzte sich am Sonntag im Spitzenspiel des 13. Spieltages bei Bayer Leverkusen mit 36:28 (22:16) durch und verdrängte mit dem neunten Saisonerfolg die „Elfen“ von Position eins. Rechtsaußen Mette Ommundsen, die alle neun Siebenmeter verwandelte, war mit zwölf Toren erfolgreichste HCL- Werferin. „Das war eine spielerisch und kämpferisch fantastische Leistung“, sagte HCL-Manager Kay-Sven Hähner.

In der Anfangsphase hatten die Gastgeberinnen Mühe, in die Partie zu finden. Nach einem ausgeglichenen Start (4:4) scheiterte die Mannschaft von Renate Wolf immer wieder an einer guten Katja Schülke im Leipziger Tor. Der HCL startete hochkonzentriert und konnte sich so eine frühe vier Tore Führung erspielen. Nach 13 Minuten nahm Wolf bereits beim Stand von 6:10 ihre Auszeit im ersten Spielabschnitt.

Lena Knipprath rückte danach bei Bayer zwischen die Pfosten und Karin Weigelt kam auf dem rechten Flügel zum Einsatz, doch die Messestädterinnen konnten ihre Führung auch in der Folgezeit behaupten. Der Pokalsieger hatte oft die bessere Lösung parat und war in allen Bereichen spielbestimmend. Vor allem Karolina Kudlacz zeigte sich in bestechender Form, sie glänzte in der Vorbereitung und dem Einsetzen ihrer Nebenleute. Immer wieder fand der HCL die Lücken im Defensivverbund der Elfen.

Die Elfen bewiesen jedoch Moral und kämpften sich durch Laura Steinbach und Anne Müller noch einmal auf vier Treffer heran, so dass Heine Jensen beim Stand von 15:19 (27.) seine Auszeit beantragte. Die Sächsinnen beorderten nun ihrerseits Henrike Milde zwischen die Pfosten und im Angriff suchte man immer wieder Renate Urne am Kreis. Beide Maßnahmen waren erfolgreich, denn Leipzig zog durch drei Treffer der Norwegerin auf sechs Tore davon und so wurden beim Stand von 16:22 die Seiten gewechselt.

Im zweiten Spielabschnitt begann wieder Clara Woltering im Leverkusener Tor und vernagelte in der Anfangsphase nun förmlich das Gehäuse, so dass die Gastgeberinnen zum 18:22 (34.) verkürzen konnten. Da jedoch auch Katja Schülke schnell wieder ihre Form aus dem ersten Spielabschnitt fand, stellten die Sächsinnen blitzschnell ihre Dominanz wieder her. Ihren siebten Strafwurf verwandelte Mette Ommundsen zum 19:25 (37.). Auch in der zweiten Halbzeit ließ Leipzig die Zügel nicht schleifen, sondern sorgte permanent für Druck.

Die im Vergleich zum ersten Spielabschnitt aggressivere Deckungsarbeit bei den Gastgeberinnen zahlte sich nun aus. Die Elfen eroberten sich gleich mehrfach die Bälle und konnten den Rückstand bis auf zwei Tore (23:25) verkürzen. Der HCL konnte nun vor allem durch Einzelaktionen von Kudlacz und die Strafwürfe von Ommundsen Gefahr ausstrahlen, konnte sich aber hinten immer wieder auf Katja Schülke verlassen. Die Paraden der zum Saisonbeginn aus Frankfurt/Oder gekommenen Nationalspielerin gaben dem HCL die Möglichkeit, noch einmal die Führung zehn Minuten vor Schluss auf fünf Treffer (26:31) auszubauen. Abgeklärt brachte der HCL die Partie zu Ende und siegte am Ende verdient mit 28:36.

Stimmen zum Spiel:
Heine Jensen (Trainer Leipzig): „Es war ein sehr wichtiges Spiel für beide Mannschaften und wir haben heute vor allem im ersten Spielabschnitt in der Deckung ein wenig besser gestanden. Am Ende war es ein verdienter Erfolg für uns.“

Renate Wolf (Trainerin Elfen): „Leipzig hat heute richtig stark gespielt. In der ersten Halbzeit haben wir hinten nicht richtig zugepackt und konnten so auch unser Tempospiel nicht so aufziehen. In der zweiten Hälfte deckten wir dann aggressiver und sind so ins Spiel zurückgekommen. Katja Schülke, die mehrere freie Bälle gehalten hat, zog uns dann aber den Zahn, so dass der Sieg für Leipzig in Ordnung geht.“