HCL gewinnt souverän im Pokal

Mit einem völlig ungefährdeten Start-Ziel-Sieg setzte sich Pokalverteidiger HC Leipzig beim Berliner Zweitligisten SV BVG 49 durch und erreicht so die vierte Runde des DHB-Pokals.

Die Gäste aus Sachsen legten vor 550 Zuschauern los wie die Feuerwehr und ließen der Abwehr des jungen Spreebirds-Teams von Beginn an nicht den Hauch einer Chance. Am Ende war das Ergebnis mit 22:44 entsprechend deutlich und unterstrich auch den im Spiel sichtbaren Klassenunterschied. Für den HCL war Ulrike Stange mit acht Treffern erfolgreichste Werferin, die Spreebirds hatten in Juliane Wittkopf (5) und Franziska Müller (5/2) ihre treffsichersten Spielerinnen.

Der Titelverteidiger aus der Messestadt ging von Beginn an mit voller Konzentration und hohem Tempo ins Spiel und überrollte die Gastgeberinnen in den ersten Minuten förmlich. Immer wieder dividierten schnelle Kombinationen die Abwehr der Spreebirds auseinander und ließen eine HCL-Spielerin frei vor dem Berliner Gehäuse auftauchen. Die Berlinerinnen hingegen agierten äußerst nervös und schienen regelrecht gelähmt vom Leipziger Angriffswirbel.

Erst nach nahezu sechs Minuten gelang Rechtsaußen Anja Ernsberger beim 1:5 der erste Berliner Treffer. Zuvor war Juliane Lang bereits von der Siebenmeterlinie an Katja Schülke gescheitert. Doch auch in der Folge tat sich der Zweitligist schwer und die Messestädterinnen konnten ihren Vorsprung weiter ausbauen. So führten die Gäste bereits nach knapp elf Minuten mit zehn Toren. Erst nach über einer Viertelstunde fingen sich die Spreebirds etwas und standen nun besser in der Abwehr. Dem schnellen Kombinationsspiel der Leipzigerinnen hatten sie jedoch auch weiterhin nur wenig entgegenzusetzen, während sie sich im Gegenzug jedes Tor gegen die konzentriert und aggressiv arbeitende Leipziger Deckung erarbeiten mussten.

Auch der Start in die zweite Halbzeit verlief für den Zweitligisten mühsam. Zunächst vergab Juliane Lang erneut von der Strafwurflinie, bevor der HCL durch Sara Eriksson und Ulrike Stange mit drei Toren in Folge den Vorsprung noch weiter ausbauen konnte. Zwei Treffer durch Juliane Rüh für die Spreebirds ließen kurzzeitig etwas Hoffnung im Berliner Lager aufkommen. Doch der HCL zog weiter seine Kreise und wusste durch schnelles und präzises Kombinationsspiel zu gefallen.

Nach vierzig Minuten betrug der Vorsprung bereits zwanzig Tore. Trotz eines Aufbäumens und nun auch einiger sehenswerter Aktionen der Berlinerinnen konnten diese den Vorsprung auch nur kurzzeitig verkürzen, bevor die Leipzigerinnen im Schlussspurt auf 22 Tore Differenz bis zum 22:44-Endstand erhöhten.

Für den HCL war die diesjährige Pokalpremiere kaum mehr als eine Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen, die der Titelverteidiger jedoch sehr konzentriert und ernsthaft anging. Trainer Heine Jensen wechselte viel und gab auch den jungen Spielerinnen im Kader viel Einsatzzeit. Den Spreebirds, bei denen ebenfalls alle einsatzbereiten Spielerinnen ihren Spielanteilen kamen, zeigte das Spiel gegen den übermächtigen Gegner, wie groß der Abstand zur Spitze der Bundesliga noch ist. „Wir haben unsere Pflichtaufgabe erfüllt und sind souverän aufgetreten“, sagte HCL-Manager Kay-Sven Hähner.