HCL: Verdient verloren

Die Bundesliga-Handballerinnen des HC Leipzig haben ihre fünfte Saisonniederlage kassiert.

Das Team von Coach Heine Jensen, der am Samstag auf die erkrankten Ulrike Stange und Maike Brückmann verzichten musste, musste sich am Samstagabend bei den Rhein-Main Bienen letztlich verdient mit 28:32 (15:17) geschlagen geben und verpasste nicht nur den zehnten Saisonsieg, sondern auch die Festigung der Tabellenführung. Beste Werferinnen in Reihen des Pokalsiegers, der das Hinspiel mit 29:27 für sich entschieden hatte, waren Mette Ommundsen (8/5) und Karolina Kudlacz (7). Die Bienen, die ihre Heimstärke untermauerten, hatten in Birute Stellbrink (8/1) ihre erfolgreichste Torschützin.

Bereits in der ersten Halbzeit war reichlich Sand im Getriebe der Messestädterinnen, bis zum Stande von 7:6 in der 14. Minute war allerdings noch alles offen. Ommundsen und Urne präsentierten sich in der Anfangsphase sehr treffsicher und hielten ihre Farben bis dahin mit drei bzw. zwei Treffern im Rennen. Danach zeigte sich Bienen-Torhüterin Petra Diener als starker Rückhalt ihrer Mannschaft, was zu drei schnellen Toren in Folge führte. HCL-Trainer Heine Jensen machte von seinem grünen Karton Gebrauch und stellte seine Frauen neu ein.

Mit nur mäßigem Erfolg, wie sich später herausstellen sollte. Daran änderte auch die Einwechslung von Kapitänin Henny Milde für die schwache Katja Schülke nichts. Zwar konnten erneut Mette Ommundsen und Karolina Kudlacz auf 10:8 verkürzen (18.), mit einem Doppelschlag stellte die starke Slowakin Martina Halasova den alten Vorsprung allerdings wieder her. Die letzten zehn Minuten vor der Pause gab es dann einen offenen Schlagabtausch mit leichten Vorteilen für den HC Leipzig. Spielmacherin Kudlacz hatte ihre beste Phase des Spiels und mit der Pausensirene verschaffte Juniorenweltmeisterin Susann Müller mit ihrem Treffer zum 17:15 den Sachsen Hoffnung.

Nach dem Seitenwechsel schien die Partie dann zunächst zu Gunsten des HC Leipzig zu kippen. Anne Ulbricht erzielte in der 34. Minute den 17:17-Ausgleichstreffer. In der Folgezeit war der HCL dann gleich zweimal in Unterzahl. Die hochmotivierten Gastgeberinnen nutzen dies und konnten sich mit fünf Toren in Folge auf 22:17 (40.) absetzen. Jensens zweite Auszeit war dann von größerem Erfolg gekrönt, denn es folgten vier HCL-Treffer in Serie (22:21, 44.) – auch weil nun die Deckung besser agierte.

Dann aber kassierte Sara Holmgren eine unnötige Zeitstrafe und diesmal holten die „Bienen“ zur Vorentscheidung aus. Der 26:25-Anschlusstreffer von Müller war das letzte Lebenszeichen von Pokalsieger HC Leipzig, der nun einige gute Einwurfgelegenheiten ausließ. In der Schlussphase präsentierten sich die Gastgeberinnen abgezockter und hungriger auf einen Sieg als der HC Leipzig, der so am Ende verdient seine fünfte Saisonniederlage quittieren musste.

Nach Spielschluss zeigte sich HCL_Trainer Jensen enttäuscht: „Wir haben heute nicht 100 Prozent unserer Leistung abgerufen. So kann man bei den heimstarken Bienen nicht gewinnen.“ Anders sein Gegenüber Raul Alonso: „Mit diesem Sieg haben wir unsere Heimstärke unter Beweis gestellt. Die Spielerinnen haben meine Vorgaben 1:1 umgesetzt, deshalb haben wir auch verdient gewonnen.“