Heftige Ausschreitungen nach Spontandemo

Etwa 600 Teilnehmer zogen am Donnerstagabend durch Zentrum und Südvorstadt. Die nicht angemeldete Demo richtete sich u.a. gegen LEGIDA. Es wurden Scheiben zerstört und Gebäude beschmiert. Die Schadenshöhe ist noch unklar. +++

In Leipzig ist am Donnerstagabend eine spontane Demo von Studenten eskaliert. Etwa 600 Menschen – darunter einige aus der linksautonomen Szene – zogen durch das Zentrum und die Südvorstadt und hinterließen eine Spur der Verwüstung. 

Anlass der Spontandemo war offenbar der mysteriöse Tod eines Asylbewerbers in Dresden. Das Opfer ist laut Polizei erstochen worden, mit Rufen wie „Es war Mord“ zogen die Demonstranten vom Leipziger Landgericht in Richtung Innenstadt. Der Aufzug richtete sich aber auch gegen PEGIDA und LEGIDA, allerdings ging einigen Teilnehmern die verbalene Kritik offensichtlich nicht weit genug. Schon am Ausgangspunkt wurden Gebäude und Mauern beschmiert, im Zentrum warfen einige Demonstranten die Scheiben einer Bank ein und hinterließen weitere Graffiti. Dann wurden unter anderem noch Streifenwagen und das Amtsgericht in der Bernhard-Göring-Straße ins Visier genommen, in die Südvorstadt ging der Spuk dann zuende. Die Polizei rückte mit eibnem großaufgebot an und löste die Versammlung in der Karl-Liebknecht-Straße in Höhe „Feinkost“ auf.  Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs. Und das gesamte Ausmaß der Zerstörung war am Freitag noch gar nicht absehbar.
Die Ausschreitungen bei der nicht angemeldete Demo sorgten auch für Empörung bei Leipziger Politikern. Die linke Landtagsabgeordnete Juliane Nagel, die oftmals als Anmelderin linksgerichteter Demos auftritt, distanzierte sich klar von den Aktionen. Am Nachmittag hat auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung die Ausschreitungen heftig kritisiert. „Hier ging es um blinde Zerstörung, die wir in Leipzig nicht dulden!“ , so Jung.  Allerdings zeige die Situation wieder einmal, dass dringend Personal bei der Polizei aufgestockt werden muss. Das Innenministerium sei nun gefordert.