Heftige Diskussionen um Grundschule am Rabet

Der offene Brief an Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat für großes Aufsehen gesorgt. Auch die Leipziger Stadträte befassen sich mit der Kritik an der Schulleiterin vor Ort. Mehr dazu in der Drehscheibe Leipzig. +++

Der Leipziger Stadtrat beschäftigt sich am Mittwoch mit dem Doppelhaushalt 2015/2016. Seit Tagen gibt es unter den Leipziger Politikern aber heftige Diskussionen um ein ganz anderes Thema, nämlich die Grundschule am Rabet. Der Streit zwischen Schulleitung und Elternschaft scheint zu eskalieren.

Dass Eltern und Lehrer bzw. Schulleiter nicht immer einer Meinung sind, kann vorkommen. Dass die Eltern sich wegen schulinterner Probleme an den sächsischen Ministerpräsidenten wenden ist allerdings neu. Die Vorwürfe sind nicht ohne. So soll die Schulleiterin an der Grundschule in der Eisenbahnstraße dafür verantwortlich sein, dass fähige und vor allem engagierte Lehrkräfte versetzt wurden oder dauerhaft erkranken. Außerdem sollen Lehrer Schüler angebrüllt und geschlagen haben.

Einige Probleme sind laut Bildungsagentur bekannt, sie haben aber laut Sprecher Roman Schulz nichts mit dem Anteil der Migranten an der Grundschule zu tun, der mit 61,6 Prozent der höchste in ganz Sachsen ist. Zur Rolle der Schulleiterin wollte sich die Bildungsagentur nicht äußern. Die Behauptungen, ihr Verhalten würde das Kindeswohl gefährden und außerdem die hohe Wiederholungsquote an der Grundschule fördern, sieht Schulz skeptisch. Ganz im Gegensatz zum Elternrat. Sie fordern mehr demokratische Mitbestimmung.

Dabei sollen neben Ministerpräsident Stanislaw Tillich auch die hiesigen Politiker mithelfen. In den Stadtratsfraktionen sind die Zustände an der Grundschule am Rabet jedenfalls durchaus ein Thema. Die meisten Stadträte sehen akuten Handlungsbedarf.

Am Mittwochabend hat sich der Elternrat der Grundschule am Rabet nochmal getroffen um die weitere Vorgehensweise abzustimmen. Die Grundschule am Rabet wird also voraussichtlich auch in den nächsten Tagen und Wochen für Gesprächsstoff sorgen.