Heininger Prozess nähert sich dem Ende – 7 Jahre Haft sind gefordert

Im wichtigsten Leipziger Gerichtsprozess der vergangenen Jahre soll Mittwochvormittag ein Urteil fallen. Über Monate hinweg sorgte der Untreueprozess gegen Klaus Heininger, dem ehemaligen KWL Geschäftsführer, immer wieder für Aufsehen. Nicht zuletzt durch den Richter, der von der Öffentlichkeit scharf kritisiert wurde.

Richter Carsten Nickel kam im Verfahren gegen Klaus Heininger vor allem dadurch zu zweifelhaftem Ruhm, dass er immer wieder neue Beweisanträge der Staatsanwaltschaft abblockte. Auch heute, in der vorletzten Zusammenkunft der Kammer, im Schlussplädoyer von Staatsanwalt Till von Borries wurde der Punkt „Aufklärungsgrundsatz“ erneut thematisiert.

So viele Zeugen sollten und wollten laut Staatsanwaltschaft gehört werden – doch der Richter wies die Beweisanträge unentwegt ab. Nichts desto trotz musste am heutigen Tage ein Strafmaß für die Angeklagten Heininger, Blatz und Senf gefordert werden.

Interview: Till von Borries – Staatsanwalt

Ob die Kammer dieser Forderung nachkommt bleibt abzuwarten. Es erscheint jedoch als eher unwahrscheinlich, da den Angeklagten durch ihre Geständigkeit bereits ein Strafhöchstmaß – in Heiningers Fall fünf Jahre – zugesichert wurde. Doch an diese Verständigung konnte und wollte sich von Borries offenbar nicht halten.

Interview: Till von Borries – Staatsanwalt

Es bleibt also spannend am Leipziger Landgericht. Morgen 9 Uhr kommt die Kammer ein letztes Mal zusammen und das Urteil soll verkündet werden. Wie es danach weiter geht kann selbst die Staatsanwaltschaft noch nicht mit Sicherheit sagen.

Interview: Till von Borries – Staatsanwalt

Das letzte Wort für heute gehörte jedenfalls dem Angeklagten und der verkündete, es tue ihm Leid und er entschuldigte sich daraufhin bei allen, denen er mit seinem Handeln geschadet hat.