Heiße Eisen in Limbach-Oberfrohna

Ganz in der Nähe von Chemnitz lebt eine alte Handwerkskunst wieder auf.

Im Museum Hammerschmiede in Limbach-Oberfrohna zeigt Mirko Günther allen Interessierten die Kunst des Schmiedens. Und zwar nicht mit dem Amboss, sondern mit Luftschmiedehämmern. Wie das aussieht, sehen Sie hier.
Arbeiten unter extremen Bedingungen. Es ist heiß und laut. Mit 280 Kilogramm pro Sekunde saust der Hammer auf den glühenden Stahl nieder. Sein Geld verdient Mirko Günther damit nicht, warum also tut er sich diese körperlich schwere Arbeit an?

Interview: Mirko Günther – Museum Hammerschmiede

Nach historischem Vorbild hat Mirko Günther das Museum gebaut. Die Kunst des Schmiedens lernte er bei den besten Altmeistern Deutschlands und Österreichs. Von denen hat er auch die Luftschmiedehämmer gekauft. Teilweise kostete ihn das jahrelange Überzeugungsarbeit. Fünf mechanische Hämmer leisten ihren Dienst in der Schmiede. Sie funktionieren nach dem Prinzip eines Dampfhammers mit heißer Luft und tragen einen Namen, der den Chemnitzern wohl bekannt sein dürfte Richard Hartmann.

Interview: Mirko Günther – Museum Hammerschmiede

Neben den Luftschmiedehämmern hat Mirko Günther noch eine stattliche Werkzeugsammlung, die er zum Bearbeiten des Metalls braucht. Herzstück der Schmiede ist natürlich das Feuer, in dem Klingen bis hin zur Schwertgröße erhitzt werden können und das traditionell mit Steinkohle betrieben wird. Jedes Stück, das in den geschickten Händen des Schmieds entsteht, ist ein Unikat. Mirko Günther beherrscht außerdem eine Kunst, die heute nur noch wenig verbreitet ist, das Schmieden von Damastsstahl. Dabei werden zwei verschiedene Ausgangskomponenten zu einem extrem belastbaren Hochleistungsstahl zusammengefügt.

Interview: Mirko Günther – Museum Hammerschmiede

Der Schmiedevorgang dauert entsprechend lang und natürlich hat diese Qualität ihren Preis. Zum Verkauf sind die Messer, Äxte und Klingen eigentlich nicht gedacht. Doch wenn jemand unbedingt solch ein Stück möchte, dann kann er es haben. Mit der Gewissheit, dass es fast ein Leben lang hält.

Interview: Mirko Günther – Museum Hammerschmiede

Das Museum hat Freitagnachmittag und am Wochenende geöffnet, der Eintritt ist frei.
www.damastklinge.de