Heute schon weitergebildet?

Sachsen- Bund und Länder hatten im März 2020 umfangreiche Maßnahmen beschlossen, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Die Pandemieverordnungen der Länder und die damit einhergehenden Einschränkungen betrafen u.a. die Schließung von Bildungseinrichtungen und das Verbot von Weiterbildungsveranstaltungen in Präsenzform. Nun sind Kinder und Jugendliche in Sachsen aufgrund niedriger Inzidenzen zurück im Regelbetrieb. Und wir Erwachsenen? Nehmen wir weiterhin an Online-Weiterbildungen teil oder bevorzugen wir das gemeinsame Lernen im Unterrichtsraum – also das Präsenzformat?

Wir haben gelernt, digitalen Veranstaltungen und Meetings via Teams, Zoom und Co beizuwohnen. Wir sporteln sogar vor dem Bildschirm. Die Digitalisierung ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken und das digitale Lehren und Lernen hat durch die Pandemie Fahrt aufgenommen. Es gehört nun für jede Altersstufe – wenn auch in unterschiedlichem Maß – dazu. Jedoch gibt es bei der digitalen Transformation noch reichlich Luft nach oben. Auf der anderen Seite sind die sozialen Beziehungen in den vergangenen Monaten so stark auf das notwendigste, wenn nicht sogar gen Null, zurückgeschraubt worden, dass sich viele Erwachsene mehr zwischenmenschliche Kontakte wünschen. Wäre es nicht schön, hin und wieder auf andere Gesichter zu stoßen, sich im wirklichen Leben auszutauschen, ohne Screen?

Laut Studie „Wert der Weiterbildung“, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Haufe Akademie im Dezember 2020 durchgeführt hat, wünschen sich fast 47 Prozent der Befragten für die Zukunft einen Mix aus klassischen und digitalen Lernangeboten. 32 Prozent, der bundesweit 1.004 befragten Angestellten gaben weiterhin an, sich vor allem mehr Beratung und Unterstützung bei der Wahl des Fortbildungsprogramms zu erhoffen.

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[Quelle: https://www.pressebox.de/pressemitteilung/haufe-lexware-gmbh-co-kg-0/forsa-Studie-der-Haufe-Akademie-Digitale-Weiterbildung-scheitert-an-Unternehmen/boxid/1045221]

Mit dem 31. Mai 2021 sind in Sachsen Lockerungen bei Präsenzveranstaltungen in Kraft getreten. In Sachen Weiterbildung kehrt nun vorerst ein Hauch von Normalität zurück. Zumindest dort, wo die Infektionszahlen diese zulassen. Verstärkt werden wieder Bildungsprogramme und Fortbildungsbroschüren gedruckt und in Umlauf gebracht, verriet uns Konrad Schmidt, Geschäftsführer der Firma siblog. „Dies hat sicherlich auch damit zu tun, dass berufstätige Eltern nun wieder Kapazitäten haben, um Weiterbildungswünsche voranzutreiben. Das Homeschooling hat viel Zeit verschlungen.“ Das mittelständische Unternehmen aus Dresden greift deutschlandweit Bildungsträgern und Fortbildungsinstituten unter die Arme, ihre schulischen und beruflichen Lernangebote zu kommunizieren. „Es gibt eine Vielzahl an Seminaren – online, offline. Es lohnt sich, genau hinzuschauen, um das passende Angebot für sich zu finden.“, so Schmidt. Laut Haufe Studie hat sich jeder zweite Angestellte (48 Prozent) fest vorgenommen, 2021 ein Web-Lernangebot zu nutzen. Doch auch die traditionellen Weiterbildungsformate mit Anwesenheit sind gefragt.

Ziele setzen

Zunächst gilt es, in sich hineinzuhorchen. Welche Form der Erwachsenenbildung soll es sein? Geht es um den Erwerb von fachlicher Kompetenz beispielweise in den Bereichen IT, Sprache, BWL, Marketing, PR oder um die Stärkung von Softskills? Oder geht es ans Eingemachte – ans Nachholen eines Berufs- oder Schulabschlusses? Um den zweiten Bildungsweg oder um den Wiedereinstieg? Das lebenslange Lernen lässt sich auch mit einem neuen Hobby kräftig anschubsen. Wichtige Fragen zu Beginn: Wieviel Geld und Zeit möchte ich investieren? Und: Wie sah mein bisheriger Werdegang aus, wo soll es hingehen?

Geeignete Angebote finden

Der ein oder andere steht ratlos vor dem Wust an Weiterbildungen. Klarheit erhält, wer sich Infos einholt, Optionen auslotet und Finanzierungsmöglichkeiten kennenlernt. Letztere sind u.a. Bildungs-, Vermittlungs- oder Aktivierungsgutscheine, Zuschüsse, Bildungsprämien oder Arbeitgeber:innen-Arbeitnehmer:innen-Finanzierungsmodelle. Hilfe und Beratung zum Thema Weiterbildung bieten in Sachsen folgende Adressen an:

  • bildungsmarkt-sachsen.de ist das Bildungsportal des Freistaats Sachsen und gibt einen Überblick über Fortbildung, Weiterbildung und Umschulung. Über die PLZ-Suche lassen sich Beratungsstellen in der Nähe finden.
  • Der Berufsentwicklungsnavigator (BEN) der Arbeitsagentur ist ein Online-Service. Er stellt Informationen zu den Themen Berufe, Weiterbildung und Beschäftigungschancen bereit und hilft bei der Orientierung.
  • weiterbildung.sachsen.de gibt einen Überblick über Einrichtungen im Bereich allgemeine, kulturelle, politische, berufliche und wissenschaftliche Weiterbildung.
  • Darüber hinaus gibt es das vhs-Lernportal www.ich-will-lernen.de Hier können Sie kostenfrei online Schreiben und Rechnen lernen. Das Angebot umfasst auch Deutsch als Zweitsprache sowie Übungen in Deutsch, Mathe und Englisch als Vorbereitung auf den Schulabschluss.