Hier werden Kinder vor die Tür gesetzt

Leipzig - In der Leipziger Kita "Kinderland 2000" in der Leonhard-Frank-Straße steht demnächst ein großer Wandel an: Ab Juni dieses Jahres ist die dringend notwendige Bausanierung des Objekts geplant. Ende November wurden die Eltern kurzfristig darüber informiert. Doch auf die gute Nachricht folgte sogleich eine Hiobsbotschaft.

Ab Ende Mai können keine Kinder mehr in der Einrichtung betreut werden. Der Vorschlag der Stadt und des Jugendamtes war, die Gruppen aufzulösen und die Kinder für die Zeit der Sanierung in anderen Kitas unterzubringen. 

Daraufhin formierte sich die Elterninitiative "Kinderland 2000". Ihr Ziel: Eine Lösung finden, bei der die Gruppen zusammenbleiben können. Kein leichtes Vorhaben, denn gleich bei einem zweiten Elternabend im Januar wurde den Eltern mitgeteilt, dass sich die Stadt Leipzig sowie das Jugendamt mit dem Träger eines der Ersatz-Kitas in der Arndtstraße nicht über die finanziellen Mittel einig wurden. 

Eine Alternative musste also her: Daher gab es den Vorschlag, dass die Kita in nicht genutzte Flüchtlingscontainer umziehen könnte. "Der Stadt Leipzig waren die damit verbundenen Arbeiten jedoch zu teuer", erklärte Kati Leiding von der Elterninitiative.

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Auch andere Lösungsvorschläge wurden von Seiten der Stadt abgelehnt, wie zum Beispiel, dass das Gebäude schrittweise saniert werden könnte. Dabei hätte ein Teil der Einrichtung in Betrieb bleiben können, während in der anderen Hälfte gebaut wird. "Das ist aber technisch nicht umsetzbar und zusätzlich ist der entstehende Lärm nicht angemessen für die Kinder", so Leiding weiter.

Nach langem Hin und Her ohne Ergebnis fühlt sich die Elterninitiative im Stich gelassen. Anfang dieser Woche hat sich dann wieder etwas getan: Den Eltern wurde ein neuer Lösungsvorschlag unterbreitet. "Am Montag wurde uns mitgeteilt, dass die Arndtstraße wohl doch zur Verfügung stehen wird", sagte Yvonne Domann von der Elterninitiative. 

Ob dies der finale Lösungsvorschlag bleiben wird, ist unklar - ebenso unklar, wie die Zukunft der Erzieherinnen und Erzieher. Ob ihr Arbeitsplatz gefährdet ist oder nicht, wissen die Betreuer nicht. Der Elterninitiative "Kinderland 2000" ist es daher umso wichtiger, dass Kinder in ihren Gruppen und mit den Erziehern zusammen bleiben können. "Man hat es nicht oft, dass die Gruppendynamik so gut funktioniert. Daher setzen wir alles daran, dass wir zusammen bleiben können", erklärte Elterninitiative-Mitglied Annett Braungardt. 

Im April will die Stadt dann die finale Entscheidung über die Zukunft der Kindertagesstätte treffen. Das ist viel zu spät, da ist sich die Elterninitiative einig, zumal der erste Teil der Kita-Plätze ebenfalls für April gekündigt wurde.